50 YEARS EDAG
OUR STORIES

 
 
 
 
 
 
 
 
1
1

Raumfahrer auf Abwegen

Um nach den Sternen zu greifen, muss er nicht ins All. Obwohl dies Jacek gut gefallen hätte. Als Kind träumte er davon, Astronaut zu werden. Auf dem Weg dorthin hatte er sich bereits intensiv mit der Astronomie beschäftigt und den nächtlichen Sternenhimmel mit dem Teleskop erkundet. „Physik und Technik haben mich schon immer interessiert. Als mir klar wurde, dass es mit der Astronautenkarriere nichts werden würde, habe ich mich entschlossen, Ingenieur zu werden“, erzählt Jacek.

Heute ist der 32-Jährige Projektleiter E/E Embedded Systems & AI bei EDAG an den Standorten Lindau und Ulm, wo insgesamt 40 Softwareentwickler primär an Software für selbstfahrende Autos tüfteln. „Das ist alles hoch komplex, denn die Fahrzeuge müssen lernen, ihre Umgebung zu erkennen, zu deuten und je nach Situation eine passende Entscheidung zu treffen. Hier eröffnet uns AI – oder auf Deutsch ‚Künstliche Intelligenz’, KI – ganz neue Horizonte“, sagt Jacek.

Feuerprobe bestanden

Dass er sich heute mit großer Begeisterung auf solche anspruchsvollen Aufgaben stürzt, hätte er sich noch vor einigen Jahren wohl kaum vorstellen können. „Als ich an der Hochschule Darmstadt mein Elektrotechnik-Studium begonnen hatte, war dies für mich ein Weg voller Hürden & Herausforderungen. Ich hatte das Studium komplett unterschätzt und brauchte erst einmal eine ganze Weile, bis ich begriffen hatte, wie das funktioniert und wie ich mich dafür zu organisieren hatte.“ Erst dann habe er seinen Weg gehen können und sich mit aller Leidenschaft in die Themen Elektronik, Energie und erneuerbare Energie gestürzt. „Mir gefielen die ganz unterschiedlichen Projekte, die um technologische Lösungen für Zukunft kreisten, und vor allem die Teamarbeit“, sagt Jacek. Dies sei für ihn die perfekte Vorbereitung auf die Aufgaben bei EDAG gewesen.

Mit Highspeed in den Job

Dass er nach dem Studium gleich in einem der heißesten E/E- und AI-Thinktanks landen würde, habe er auch nicht ansatzweise ahnen können. „Das war für mich so weit weg wie Astronaut zu werden. Irgendwo als Software-Entwickler anzufangen, schien mir schon wahrscheinlicher“, erinnert sich Jacek. Eine aussichtsreiche Bewerbung bei einem Unternehmen lief bereits, als mehrfach das Telefon bei ihm klingelte. Eine Nummer aus Ulm. „Ich erinnere mich noch genau. Es war Dienstag, der 9. September 2014. Viermal habe ich weggedrückt. Abends war ich dann aber doch neugierig und rief zurück“, erzählt Jacek. Am anderen Ende war Alexander, der begeistert davon erzählte, dass er gerade für EDAG die Abteilung E/E Embedded Systems aufbaue und dafür Leute suche.

„Zwei Tage später, am Donnerstag, war ich in Lindau zum Bewerbungsgespräch. Am Freitag, den 12., hatte ich den Vertrag und am Samstag, den 13. September 2014, stand ich schon mit meinem Koffer in Lindau. Meine Zukunft hatte begonnen – mit Höchstgeschwindigkeit auf der Überholspur“, berichtet Jacek.

Wie eine große WG

„Das war und ist alles total aufregend“, sagt er. „Wir haben vor vier Jahren zu Dritt in Lindau mit dem Aufbau des Teams angefangen und uns gleich in die Arbeit gestürzt. Heute sind wir zu Acht und wachsen wie ein Start-up immer weiter mit unseren Aufgaben.“ Gutes Teamplay ist Jacek, der seit 2016 Projektleiter ist, dabei besonders wichtig. „Dazu muss man ähnlich ticken und sich gut verstehen. Hier bei uns Lindau gelingt dies perfekt. Wir arbeiten ganz eng und vertrauensvoll zusammen. Das ist ein bisschen wie eine große WG. Ein Team um mich zu haben, das zusammensteht und mit all dem Enthusiasmus, Ausdauer und großer Fröhlichkeit gemeinsam herausfordernde Projekte angeht, freut mich immer wieder aufs Neue riesig. Da kann ich nur Danke sagen.“

Beobachten, führen, gewinnen

Dass er ein Team in einem Projekt führen, für die Sache begeistern und zu Gewinnern machen kann, hat Jacek schon an anderer Stelle ausgiebig bewiesen. Bevor es in den Beruf ging, hatte er in seiner Freizeit 15 Jahre als Tischtennistrainer gearbeitet und dabei dreimal die Woche bis zu 30 Kinder und Jugendliche im Alter von fünf bis 18 Jahren trainiert. „Das macht einen entspannt im Umgang mit unterschiedlichen Temperamenten. Und Erfahrungen mit Stress und Wettkampfsituationen sind im Berufsalltag auch ganz praktisch“, sagt er mit einem Augenzwinkern. Dabei komme ihm entgegen, dass er als begeisterter Hobby-Fotograf gelernt habe, Mensch und Natur erst einmal genau zu beobachten und zu verstehen, bevor er sich ein Bild davon mache und ins kreative Ausgestalten komme.

Engineering über bestehende Denkhorizonte hinaus

Seit 2017 verantwortet Jacek zusätzlich den Aufbau des Innovationsbereichs Künstliche Intelligenz. „Ich bin fest davon überzeugt, dass AI ein Zukunftsthema ist, bei dem wir den Anschluss keinesfalls verpassen sollten. In Gesprächen spüre ich immer wieder, dass die Erwartungen an AI extrem hoch sind, im Automotive- genauso wie im Industrie- und Medizin-Sektor“, sagt Jacek. Die Integration von Künstlicher Intelligenz in unterschiedlichste Technologie-Konzepte passe für ihn ganz hervorragend zu EDAG. „Das ist Engineering über den bestehenden Denkhorizont hinaus. Dies hat EDAG in 50 Jahren immer richtig gut verstanden.“

Nach den Sternen greifen

Aber so sehr Künstliche Intelligenz auch in aller Munde sei, so sehr schlage ihr – wie so oft bei umwälzenden Neuerungen – auch viel Skepsis entgegen. „Was bringt AI überhaupt, vor allem zu welchem Aufwand und welchen Kosten? Da müssen wir immer viel Grundlagen- und Überzeugungsarbeit leisten und mitunter auch zu Botschaftern im eigenen Unternehmen werden“, sagt Jacek und fügt gleich hinzu: „Ich finde es großartig, dass wir dabei im Unternehmen eigentlich immer auch auf ein offenes Ohr treffen – dann liegt es ‚nur’ noch an uns, mit unserem Wissen und unseren Ideen zu überzeugen. Nur wer die Sterne sieht, kann auch auf den Weg machen, um nach ihnen greifen.“ Ein bisschen was von einem Astronauten steckt eben doch noch in Jacek, dem Visionär mit dem Hang zum Machen.

Ihre Ideen in der automobilen Zukunft, Ihre Neugier in der Softwareentwicklung, Ihr Griff nach den Sternen mit EDAG. Klicken Sie jetzt durch unsere Stellenanzeigen oder nehmen Sie für weitere Informationen direkt Kontakt mit uns auf.

Der Ironman

„Wie war’s gestern abend? Gut, ich war Schwimmen, Radfahren und Laufen“, sagt Nico und strahlt dabei übers ganze Gesicht. Drei Stunden sei er unterwegs gewesen. Geht’s nicht auch eine Nummer kleiner? Eine kurze Joggingrunde im Park, ein paar Liegestützen und dann Kino oder was Leckeres essen? „Da habe ich auch Spaß dran, aber für einen Triathlon wäre dies dann doch ein bisschen wenig Vorbereitung.“ Und wenn Nico von Triathlon spricht, dann von dem richtigen: 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radeln und 42,2 Kilometer Laufen – am Stück. Und das am besten auf Hawaii, wo sich jedes Jahr die Besten der Besten beim Ironman treffen.

Fabelzeit auf dem Ali’i Drive

Im letzten Jahr ist Nico nach neun Stunden und neun Minuten ins Ziel auf dem legendären Ali’i Drive in Kona eingelaufen. Eine Fabelzeit für einen Hobbysportler. Platz 169 in der Gesamtwertung, eine Stunde 17 Minuten hinter seinem Landsmann, dem Profi Patrick Lange, der sich bei seinem zweiten Hawaii-Erfolg nach einem neuen Streckenrekord den Lorbeerkranz auf den Kopf setzen ließ.

Um derart eindrucksvoll in der Riege der Superathleten mithalten zu können, kommen für Nico zwölf bis 18 Stunden Training pro Woche zusammen – in der Freizeit wohlgemerkt. Denn anders als Patrick Lange, Jan Frodeno, Faris Al-Sultan & Co., die als Vollprofis ans Leistungslimit gehen, hat Nico neben dem Triathlon auch noch einen anspruchsvollen Job, und zwar in Vollzeit.

Gekommen, um zu bleiben

Blicken wir zurück. 2006 hatte Nico nach der Realschule im heimischen Sindelfingen eine Ausbildung bei EDAG zum Technischen Produktdesigner begonnen. Er ist gekommen, um zu bleiben. Heute ist er Projektkoordinator in der Fahrzeugkarosserieentwicklung und arbeitet mit seinem Team für Kunden wie Daimler an CAD-Konstruktionen. Im Fokus der EDAG-Konstrukteure in Sindelfingen sind Bauteile und Baugruppen für den Karosserierohbau.

„Ich war schon von klein auf sehr technikaffin, habe immer gerne gebastelt und geschraubt und baue mir bis heute meine Möbel selbst“, berichtet Nico. Auch den Umbau eines VW-Busses zum Sport- und Reisemobil habe er selbst in die Hand genommen. „Ich tüftle einfach gerne an eigenen Lösungen.“

Grenzen des Erwartbaren verschieben

Da liegt es nahe, dass er sich auch Teile für sein Triathlon-Fahrrad nach Möglichkeit maßanfertigt. Zuletzt habe er (nach dem Training!) im CAD eine Verpflegungsbox mit Fahrradhalterung konstruiert und im 3D-Druck passend für seine Bedürfnisse gebaut. „Dabei folge ich einfach nur meiner Neugier und der Lust, die Grenzen des Erwartbaren immer ein bisschen weiter zu verschieben“, stellt Nico fest. „Das gefällt mir auch so bei EDAG. In unseren Projekten geht es um die vielen ausgeklügelten Details. Wir beschäftigen uns mit anspruchsvollster Präzisionstechnik. Und das nicht etwa im Format einer Schweizer Uhr, sondern in der Größe eines Autos.“

Aber wie passen diese Begeisterung für den Job und die Leidenschaft für den Triathlon zusammen? Kann es überhaupt gelingen, auf allen Feldern top zu sein, ohne dass unterwegs irgendwo der im Marathon so gefürchtete „Mann mit dem Hammer“ zuschlägt? „Beim Triathlon gibt es wie in herausfordernden Projekten unterwegs immer die Phasen, in denen du dir die Frage stellst: Warum tust du dir das überhaupt an? Schaffst du es noch?“, weiß Nico aus eigener Erfahrung. „Solche negativen Gedanken bringen einen nicht weiter. Du musst dir vielmehr positive Ziele setzen und intensiv in dich reinhorchen, welche Kräfte du mobilisieren musst und wo du sie sinnvollerweise einteilst.“

Kein Leben nur im Tunnel

Triathleten sind Verrückte, die nichts anderes im Sinn haben als vor sich hin zu trainieren, perfektionistisch und fokussiert zu sein. Diesem verbreiteten Klischee mag Nico nicht entsprechen: „Ein Leben nur im Tunnel wäre nichts für mich. Mir geht es darum, bei meinem Sport Spaß zu haben. Die Limits setzt mir dabei mein Körpergefühl.“

Wenn in Projekthochphasen eine 50-Stunde-Woche anstehe, könne der Körper nicht gleichzeitig für hohe Belastungen im Sport bereit sein. „Da werde ich dann nichts erzwingen und schon gar nicht meine Gesundheit riskieren“, erklärt Nico. „Mir geht es grundsätzlich darum, meine Ziele spielerisch zu erreichen, mich dabei auch maximal zu fordern – allerdings immer nur im Rahmen der gerade gegebenen Möglichkeiten.“

Keine Lust auf Abhängigkeit

Deswegen mag er sich als Sportler auch nicht vermarkten lassen. „Professionelles Sponsoring interessiert mich nicht. Ich habe keine Lust, abhängig zu sein, sondern will immer die Freiheit haben, das zu tun, was ich möchte. Nämlich Sport machen, der mich erfüllt und eins werden lässt mit der Natur“, sagt Nico und klingt dabei sehr entschieden.

Und wo wir schon bei den Klischees sind: Triathleten sind nicht nur verrückt, sondern mehr noch: verrückte Einzelgänger, die an den Wechselstationen und im Zieleinlauf auch gern mal die Ellenbogen ausfahren. „Für mich geht es im Sport wie im Job immer um Teamplay“, hält Nico dagegen. „Auch individuelle Bestleistungen haben am Ende doch immer viele Väter und Mütter.“ Kürzlich sei er mit Freunden aus dem Sport in vier Tagen über die Alpen von Oberstdorf nach Meran gerannt. Mit nur zwei Kilo Gepäck im Rucksack. „Da muss man sich aufeinander verlassen können und jeder für die Gruppe Verantwortung übernehmen, alleine schafft man das nicht. Aus Rücksicht wächst die Kraft der Gemeinsamkeit. Und die kann Berge versetzen“, sagt Nico.

Von solchen Erfahrungen profitiert er auch in der Projektarbeit. „Nur gemeinsam kommen wir zum Erfolg. Das ist mein Mantra. Wenn jeder sein Bestes gibt, wird es was“, weiß Nico. „Wenn es wie bei der Alpenüberquerung beim Aufstieg auf den Pass mal schwierig wird, bringt es nichts, Druck aufzubauen, da müssen wir vielmehr gemeinsam eine Lösung finden, wie wir die Aufgabe meistern können. Daraufhin dann alles aus sich herauszuholen, macht Spaß und bringt große Erfüllung.“ Im Ziel, das wisse er als „Ironman“, werden die Strapazen belohnt. Selbst wenn man nicht ganz oben auf dem Treppchen stehe.

Wollen Sie mit uns weitere Klischees brechen und unkonventionelle Wege zur automobilen Zukunft gehen? Klicken Sie jetzt durch unsere Stellenanzeigen oder nehmen Sie für weitere Informationen direkt Kontakt mit uns auf.

Ein Ausbilder, der rockt

Wenn’s richtig vibriert, ihm der Wind um die Nase weht und die Welt an ihm vorbeifliegt, ist Dirk ganz in seinem Element: Rock’n Roll in der Rhön. Dass er nach dem Cruisen bei seiner alten Softtail Harley Davidson erst einmal die eine oder andere Schraube nachziehen muss, stört ihn nicht weiter. Im Gegenteil. Dirk ist ein Schrauber aus Leidenschaft. „Es gibt wohl kaum ein Teil bei meiner Maschine, das ich in den letzten 12 Jahren nicht angefasst hätte“, sagt er. „Weil’s Spaß macht.“ Und weil er zutiefst davon überzeugt ist, dass beim Motorradfahren Hubraum durch nichts zu ersetzen ist „außer durch mehr Hubraum“, hat seine 1.340 Kubik-Harley gleich mal zu einer 2-Liter-Maschine gemacht. Damit cruist er, so oft es geht, über die Panaroma-Routen der Rhön. Bei schönem Wetter, am liebsten im fünften Gang und in aller Gemütsruhe.

Immer Vollgas

Dirk liebt es nicht nur bei seinem Bike, technischen Dingen auf den Grund zu gehen. Und zwar solange, bis er alles wirklich bis ins letzte Detail versteht. Das hatte ihn vor bald 38 Jahren zu EDAG gebracht, wo er eine Ausbildung zum Technischen Zeichner begann. „Mit weniger als 100 Mitarbeitern war das damals noch alles sehr überschaubar und familiär“, erinnert er sich. „Familiär sogar im doppelten Sinne“, fügt er hinzu, „entfernter Verwandter Horst Eckart hatte das Unternehmen gegründet.“ Nicht dass er wegen der verwandtschaftlichen Beziehung eine etwas „ruhigere Kugel“ hätte schieben können. Im Gegenteil. „Wir haben alle richtig viel gearbeitet. Unsere Termine konnten wir immer einhalten. Wenn’s sein musste auch mal mit Nachtschichten“, sagt er. Dabei klingt ein bisschen Stolz mit. „Und wie wir gearbeitet haben, so haben wir dann aber auch gefeiert. Immer mit Vollgas“, fügt er lachend hinzu.

Die Neugier und die Lust am aktiven Gestalten und Schaffen, hat Dirk von seiner Arbeit am Reißbrett später in die Wissens- und Erfahrungsvermittlung für die Auszubildenden übertragen. Bei EDAG PS gehörte er zu den ersten, die ein eigenes Ausbildungskonzept für das Unternehmen entwarfen und dies im Unterricht und Azubi-Coaching umsetzten. Es ging um Konstruktionslehre, Technische Kommunikation und alle Fertigkeiten rund ums CAD-Konstruieren.

Von 6 auf 152

„Mit sechs Azubis hat es damals bei der EDAG PS begonnen, heute sind es 152 Auszubildende und dual Studierende. Es begeistert mich zu sehen, wie sich die jungen Leute entwickeln und was aus ihnen wird“, sagt der Ausbilder. Es gebe dabei immer die „Selbstläufer“, die ihre Ausbildung mit großer Leichtigkeit absolvierten, andere hingegen bräuchten etwas Unterstützung. „Wenn jemand die Ausbildung abbricht, berührt mich das persönlich“, sagt Dirk mit einem Augenzwinkern. Ein gutes, vertrauensvolles Verhältnis zu seinen Azubis und Studierenden ist ihm ein echtes Herzensanliegen. „Dass auf dem Ausbildungsweg nicht allen alles in den Schoß fällt, ist doch logisch. Da unterstütze ich gerne, wo ich kann. Ich bin schließlich selbst mal jung gewesen, war nie ein Streber und kenne all die Höhen und Tiefen auf einem Ausbildungsweg.“

Deswegen kommt es für ihn auch überhaupt nicht infrage, als Oberlehrer und Besserwisser in Erscheinung zu treten. „Mir ist der persönliche Kontakt wichtig. Ich setze Vertrauen in meine Azubis und Studenten und umgekehrt können sie sich auf mich verlassen und sich mir anvertrauen, wenn die Dinge einmal nicht so laufen, wie geplant.“ Das sei wie in einer Familie, erklärt der Vater von zwei erwachsenen Kindern.

Stolz an der Wall of Fame

Im Erdgeschoss des EDAG-Schulungs- und Seminargebäudes ist die Wand im langen Flur gepflastert mit Auszeichnungen. Die IHK, Hochschulen und andere Bildungsinstitutionen attestieren an dieser Wall of Fame den EDAG-Absolventen Top-Leistungen. „Das freut mich sehr und macht uns alle hier ein bisschen stolz“, sagt Dirk. Das heiße aber nicht, dass hier nur die absoluten Überflieger gefragt seien. „Ich freue mich über jeden, der die Abschlussprüfung mit ‚gut’ abschließt. Dann haben wir schon alles erreicht. Wenn’s dann ein ‚sehr gut’ mit Auszeichnung wird, umso besser. Da hat keiner was dagegen.“

Nur nicht überfluten lassen

„Wir haben einen super Nachwuchs, der motiviert ist, lernen will und Lust auf das Mitgestalten der Zukunft hat.“ Die Generation Z, also die um die Jahrtausendwende geborenen jungen Erwachsenen von heute, stünde allerdings auch vor ganz anderen Herausforderungen als vorangegangene Generationen. „Unsere Azubis sind mit dem Internet, mit Smartphone, Vernetzung und der permanenten Online-Verfügbarkeit nicht nur ihrer Community, sondern auch des ganzen Wissens der Welt groß geworden. Es ist ein Riesenvorteil, die Digitalisierung gewissermaßen mit der Muttermilch aufgesogen zu haben. Andererseits gehen die Digital Natives in der ganzen Flut an Informationen förmlich unter“, stellt Dirk fest.

Auf die Basics kommt es an

Es reiche beispielsweise nicht aus, dass die Generation Z sehr genau Bescheid wisse, wie sie neueste Erkenntnisse schnell mal „googlen“ oder sich über ein Youtube-Tutorial schlau machen könne. „Ein paar grundlegende Dinge musst du einfach intus haben: Mathematische Grundkenntnisse wie Kopfrechnen oder einen Dreisatz, Sicherheit im Umgang mit der deutschen Sprache oder gute Manieren und einen achtsamen und wertschätzenden Umgang mit Menschen in der eigenen Umgebung“, sagt Dirk. Dass am Gymnasium jetzt teilweise wieder das G9 an die Stelle des G8 rücke, ginge dabei in die richtige Richtung.

Er wundere sich über manche „durchaus vermeidbare Fehlentwicklung“ im Bildungssystem, schaue aber weiter optimistisch auf seine Schützlinge. Im vergangenen September habe EDAG PS für ein Wochenende alle seine neuen Azubis und Studierenden zu einem „Education Tuning“ nach Fulda geholt. In der Jugendherberge Gersfeld gab es Gelegenheit zum gegenseitigen Kennenlernen und zum lockeren Gespräch mit dem Geschäftsführer der EDAG PS. „Das kam super bei den Teilnehmern an“, sagt Dirk. Am Abend hätte er eigentlich erwartet, dass sich alle mit ihren Handys zurückziehen und die Lage im Netz checken. „Die haben Gesellschaftsspiele ausgepackt und bis weit nach Mitternacht höchsten Spaß miteinander gehabt. Ganz analog“, berichtet der Ausbilder. „Ich bin absolut sicher, dass unsere Auszubildenden noch für ganz andere Überraschungen gut sind. Um ihre Zukunft ist mir nicht bange.“

Wollen auch Sie in die unterstützende Bereiche bei EDAG einsteigen? Klicken Sie jetzt durch unsere Stellenanzeigen oder nehmen Sie für weitere Informationen direkt Kontakt mit uns auf.

Der Ringer in der Big-Data-Arena

Esmaeil ist die Ruhe selbst. Ein netter Zeitgenosse. Zurückhaltend und ausgesprochen höflich. Kaum vorstellbar, dass er einen jederzeit mit ein paar blitzartigen Hand- und Fußbewegungen aufs Kreuz legen könnte. Esmaeil ist in Kermānschāh groß geworden, einer Millionenstadt im Nordwesten des Iran, wo mit die besten Ringer der Welt herkommen. „Zehn Jahre habe ich Griechisch-Römisch trainiert, Seite an Seite mit ganz Großen dieses Sports“, sagt Esmaeil. „Aber das ist lange her.“ Mindestens genauso wichtig wie der Kampf Mann gegen Mann auf der Matte sei ihm schon immer das Ringen mit den Zahlen und Algorithmen gewesen.

Von der Bank in den Hörsaal

In Kermanshah und Teheran studierte Esmaeil Software Engineering und machte 2005 seinen Abschluss als Master of IT-Engineering. Elf Jahre arbeitete er danach in einer Bank, bis er sich 2016 entschied, akademisch weiterzumachen und in Deutschland zu promovieren. Ausgestattet mit einer Blue Card zog er mit Frau und Kind nach Nordrhein-Westfalen, um an der Uni Siegen, einer interdisziplinär ausgerichteten Forschungsuniversität, seine Doktorarbeit zu schreiben. „Endlich wieder eine neue, große Herausforderung“, freute er sich.

„Doch die Arbeit ist ein bisschen ins Stocken geraten, seit ich 2017 bei EDAG PS angefangen habe“, sagt er und scheint darüber aber nicht wirklich unglücklich zu sein. „Ich bin ein echter Autofan und will nicht nur im stillen Kämmerlein vor mich hinforschen, sondern auch praktisch für die Industrie arbeiten und im Team neue Ideen verwirklichen“, beschreibt er sein Dilemma. Umso mehr freue er sich, dass sein Professor ihm großes Verständnis entgegenbracht und signalisiert hätte, dass ihm der akademische Weg weiter offenstehe. Auch nebenberuflich.

Ein Schreck namens München

Als er sich bei EDAG bewarb, hatte er insgeheim damit gerechnet, nach Fulda zu kommen. Das war nicht so weit weg von seiner Doktorarbeit in Siegen und schien ihm zudem auch übersichtlich genug, um dort schnell mit der Familie heimisch zu werden. „Als es dann aber hieß, ich solle nicht in Fulda, sondern gleich als Data Scientist bei EDAG PS in Garching bei München anfangen, ist mir dann doch ein bisschen blümerant geworden. München klang irgendwie für mich zu groß, zu teuer und zu weit weg.“ Doch das habe sich nicht bewahrheitet. „Zum Glück“, freut er sich.

„Im Production IT-Department von EDAG-PS schauen wir nur nach vorn und halten den Fuß immer auf dem Gaspedal“, stellt Esmaeil fest. Besonders fasziniere ihn, über Datenverarbeitung die Automatisierung in der Produktion und in den Prozessen weiterzuentwickeln. „Darin steckt viel Potenzial für die Zukunft“, ist er überzeugt.

Perfektionistenweisheit: wenn schon, dann richtig

Leicht macht er es sich deswegen aber nicht. Denn Esmaeil ist Perfektionist. „Wenn ich etwas mache, dann richtig“, sagt er. Deswegen spiele er auch nicht mehr wie früher die Tanbur, die im Orient verbreitete Langhalslaute. „Dazu müsste ich einfach viel mehr Zeit zum Üben haben. Und Mitspieler habe ich gerade auch nicht.“

Seinen ganzen Ehrgeiz steckt er da schon lieber in seine Arbeit. Als Data Scientist in der automotive Technologieentwicklung sieht er sich vor großen Herausforderungen. Im Zeitalter der Digitalisierung und computergesteuerter Produktionen und Prozesse ändere sich alle sechs Monate fast alles. „Wir sind deswegen in der IT permanent gefordert, uns immer auf den neuesten Stand zu bringen und unsere Systeme und Ressourcen zu checken. Das ist wie im Ringkampf. Du musst immer hellwach und reaktionsschnell sein. Wer schläft, hat schon verloren.“

Wer schläft verliert

Die Regel sei für Data Scientists dabei ganz einfach: Was du noch nicht weißt, musst du so schnell wie möglich lernen. „Dieses ‚Naturgesetz’ der digitalen Transformation ist überlebenswichtig.“ Der Sportler in ihm finde diese Herausforderung super. „Wir sind hier in Garching ein tolles Team, bei dem Software-Entwickler und Data Scientists Hand in Hand mit Ingenieuren und Technikern zusammenarbeiten. „Alles ist immer interdisziplinär mit Blick über den eigenen Tellerrand.“ Darin sieht er auch die große Stärke bei EDAG. „Wir haben alle Skills im eigenen Haus oder in den verschiedenen Firmenteilen. Deswegen können wir auch unheimlich schnell und umsetzungsstark agieren.“

Auf diese Weise parallel an unterschiedlichen Projekten zu arbeiten, ist für Esmaeil kein Problem. „Im Gegenteil. Ich mag das sehr.“ Deswegen beteiligt er sich in seiner Freizeit gerne auch einmal an Hackathons. Dazu laden Firmen der unterschiedlichsten Branchen jeweils 100 und mehr IT-Spezialisten aus allen Himmelsrichtungen ein, gemeinsam in einem spielerischen Design-Sprint-Event unter hohem Zeitdruck in 48 Stunden kollaborativ eine Software- oder Hardware-Lösung für ein Problem zu finden. Viermal hat Esmaeil schon bei einem Hackathon mitgemacht und mit einem EDAG Team zweimal Platz eins und einmal Platz drei belegt.

Da war doch noch was

Nur in einem Wettkampf, das weiß der Perfektionist, müsste er eigentlich noch mehr trainieren. Das werde ihm zuhause immer wieder vor Augen geführt. „Meine Tochter spricht drei Sprachen, Kurdisch, Persisch und Deutsch. Alle perfekt. Und gerne auch mal alle durcheinander“, sagt Esmaeil. Das erinnere ihn immer wieder daran, dass er seine eigenen Deutschkenntnisse eigentlich noch weiter aufpolieren müsste. Allerdings fehle ihm dazu etwas der Leidensdruck, weil in der IT-Szene ohnehin meist nur in Englisch kommuniziert würde. Doch ein Problem zu lösen, indem er ihm aus dem Weg geht, kommt für den ehrgeizigen Esmaeil dann doch nicht infrage. „Ich bin beim Goethe-Institut für den Sprachkurs eingeschrieben. Auch wenn die verflixte Grammatik wirklich schwer ist. Das schaffe ich schon.“ Na klar. Für Esmaeil, den Ringer, gilt auch bei den alltäglichen Herausforderungen des Lebens: Angriff ist die beste Verteidigung.

Wir wollen von Ihren Erfahrungen lernen, genauso wie Ihre IT-Karriere weiter fördern. Klicken Sie jetzt durch unsere Stellenanzeigen oder nehmen Sie für weitere Informationen direkt Kontakt mit uns auf.

Der Superbiker

Es war sein großes Vorbild, das ihn schon früh auf die Überholspur gebracht hatte. Filips Vater Richard hatte es in seinen jungen Jahren selbst immer eilig gehabt, war aktiver Radrennfahrer und Skilangläufer. Nicht so einer von der gemütlichen Art, sondern ein waschechter Doppelweltmeister bei den „Masters“ über 15 Kilometer klassisch und in der Staffel. Und zudem noch Europameister auf Rollski, die er selbst gebaut hatte.

Der kleine Filip wurde in Raubling im Landkreis Rosenheim im elterlichen Sportgeschäft groß. Kein Wunder, dass da der eigene sportliche Traum auf einen geradezu idealen Nährboden traf. „Mit 12 habe ich mir von meinem Ersparten eine 125er-Enduro gekauft und bin damit heimlich auf einer nahegelegenen Panzerwiese rumgesaust“, erinnert er sich. Als er dann mit 16 endlich den Führerschein machen konnte, meinte der Fahrlehrer zu seinem Vater: „Der Bua gehört auf die Rennstrecke.“

Der Fahrlehrer sollte recht behalten

Da hatte der Fahrerlehrer offenkundig ein gutes Gespür gehabt. Auch wenn sich Filip bereits als alpiner Skirennläufer, BMX Racer, Skilangläufer- und Radsportler erfolgreich ausprobieren konnte, habe er doch immer vom Motorradrennfahren geträumt. „Über meine Ausbildung zum Zweiradmechaniker bin ich immer tiefer in die Motorradwelt eingetaucht. Das hat mich nicht mehr losgelassen“, erklärt Filip.

Das habe auch der Vater gespürt. Er meldete den „Bua“ kurzerhand zu einer Sichtung bei RedBull an. „Da saß ich zum ersten Mal auf einem Straßenmotorrad. Ein super Gefühl“, sagt Filip. Und startete durch. Von den etwa 700 Teilnehmern seien etwa 15 genommen worden, die dann im RedBull Rookies Cup des ADAC starten durften. „Das war für mich das Allergrößte, auch wenn’s mich gleich beim ersten Rennen gescheit hingehauen hatte und mir der Schädel nach einer Gehirnerschütterung ordentlich brummte.“ Doch das war ihm egal. Nach einem Jahr war er zweitbester Neueinsteiger in dieser Rennserie.

Nur Mutter machte sich Sorgen

Vater Richard war begeistert, seine Mutter hingegen deutlich weniger euphorisch: „Es gibt doch so schöne Dinge die du in deiner Freizeit tun kannst: ein bisschen Sport, Kochen oder Musikmachen“, habe sie gemeint. Aber am Ende hätte sie dann doch seine Entscheidung fürs Motorradfahren zwar nicht befürwortet, aber doch akzeptiert.

Dass Rennfahren immer auch gefährlich ist, weiß Filip. „Ich kann die Risiken aber sehr gut einschätzen und kenne meine Grenzen.“ Seine bislang schwerste Verletzung, einen Oberschenkelhalsbruch, habe er sich deswegen 2016 nicht auf der Rennstrecke, sondern beim BMX-Fahren zugezogen. „Dumm gelaufen“, sagt er und zuckt mit den Schultern. In der Folge habe er eine künstliche Hüfte bekommen, könne damit aber wieder ohne Einschränkungen Motorradfahren.

Mit Vollgas auf der Siegerstraße

Seine Rennsport-Karriere führte Filip so über den YAMAHA Cup, wo er auf einer R6 2008 die Gesamtwertung gewann, bis in die 1000er-Superbike-Klasse, in der er mit seinem BMW-Team GERT 56 antrat. Die Erfolge ließen nicht auf sich warten: Sieg beim Deutschen Meisterschaftslauf 2011 mit Streckenrekord am Salzburgring oder der Klassensieg in der Open Kategorie beim 24-Stunden-Rennen in Le Mans.

Neben den Rennen hat Filip immer auch in seinem Beruf Vollgas gegeben. Unter anderem auf der Meisterschule für Motorrad- und Fahrradmechaniker. „Das macht man neben dem Rennsport nicht mal eben mit links“, hätten ihn Freunde gewarnt. „I scho“, habe Filip ihnen geantwortet. „I bin Linkshänder.“ Den Meisterbrief hat er längst in der Tasche.

Erfahrung, die wie gerufen kommt

In seiner Superbike-Zeit hatte Filip Marc kennengelernt. Dieser leitet seit 2012 das stetig wachsende Entwicklerteam, das sich bei EDAG um das Thema Motorrad kümmert. Da kamen ihm 2017 die ganze Erfahrung und das technischen Know-how von Filip wie gerufen. Gerade wenn es um neueste Entwicklungen für BMW geht.

„Wir arbeiten zur Zeit mit Hochdruck an Bremsen und Regelsystemen“, berichtet Filip. Das heißt für den Racer neben der Arbeit im Office und in den Entwicklungslabors vor allem viel aktives Testen: „Wir wollen auf den Teststrecken herausfinden, wie es um das ABS und das Traktionsverhalten auf unterschiedlichen Untergründen bestellt ist. Es geht schließlich um die Sicherheit und Robustheit unserer Systeme.“

Ein Coach, der aufs WM-Podest rast

Eigentlich hatte Filip schon mit seiner aktiven Rennkarriere abgeschlossen. An der Strecke wollte er nur noch als Riding Coach unterwegs sein. Mit dem German Endurance Racing Team ging er so zuletzt bei der Langstrecken-Weltmeisterschaft in der Superstock-Wertung an den Start. Doch dann verletzte sich mitten im Rennen einer der drei Fahrer an der Hand. Filip musste einspringen und fuhr das Team prompt aufs Podest. „Langstreckensport ist Mannschaftssport“, sagt Filip. „Da geht es nicht nur darum, den Fahrer anzuhimmeln und nach acht Stunden gemütlich nach Hause zu gehen. Im Team muss man bei einem 24-Stunden-Rennen einfach durchziehen. Dabei sind alle gleich wichtig bis hin zum Koch. Und wenn ich fit bin, dann fahre ich eben auch. Es geht schließlich um unser aller Erfolg.“ Dies sei für Filip allerdings alles andere als eine Zumutung, „sondern purer Genuss“.

Feiern Sie mit Filip und dem EDAG-Team Ihre Erfolge in der Motorradentwicklung. Klicken Sie jetzt durch unsere Stellenanzeigen oder nehmen Sie für weitere Informationen direkt Kontakt mit uns auf.

Die Globetrotterin und der gute Rat von Galilei

„Die Neugier steht immer an erster Stelle des Problems, das gelöst werden will“, hatte schon der italienische Mathematiker, Philosoph und Physiker Galileo Galilei erkannt. Das hilft auch, wenn das Problem „Fernweh“ heißt. Carolins Lösung für diesen Fall könnte ganz nach dem Geschmack von Galilei sein: Neugier auf das Unbekannte und die Begegnung mit Menschen und Kultur, Rucksack packen und los geht’s. Etwa so, wie sie sich vor einigen Jahren zwischen zwei Projekten auf den Weg nach Neuseeland gemacht hatte, durch Kauri-Wälder streifte, Vulkane bestieg und mit dem Kayak den Milford-Sound erkundete. Alles allein und auf eigene Faust. „Man trifft doch immer andere Backpacker. Da wird es einem nie langweilig“, stellt sie vergnügt fest.

Dass Langeweile und Carolin zusammenfinden, erscheint ohnehin schwer vorstellbar. Auf damals weithin unbekanntes Terrain führte sie schon 2005 das duale Studium, das sie bei EDAG PS gemacht hatte: Virtual Engineering. „Das war für mich die perfekte Mischung von technischem Anspruch und Kreativität“, sagt Carolin. Nicht gerade eine klassische Domäne für Frauen. Aber davon wollte sie sich nicht abschrecken lassen. „Ich habe mich einfach schon immer sehr für Mathe und Naturwissenschaften interessiert.“

Die fertige Fabrik im Rechner

Besonders fesselnd findet sie Simulationen, zum Beispiel um damit schon vor der Realisierung komplette Fertigungsanlagen in einem CAD-System aufzubauen und die dort geplanten Abläufe bis ins letzte Detail zu überprüfen. „Mit Simulationssystemen, wie zum Beispiel Process Simulate von Tecnomatix oder Delmia von Dassault Systemes, positioniere ich das Equipment und kläre ab, ob die Roboter mit den Zangen oder Greifern oder anderen Tools alles erreichen, was sie erreichen sollen“, berichtet Carolin. Auf diese Weise würden selbst komplexe Anlagenkonzepte bereits in ihrer Entwicklungsphase einen immer höheren Reifegrad erreichen.

Carolin greift dazu nicht nur ein breites Fachwissen über Robotik, Fügetechniken und Anlagenprozesse zurück, sondern profitiert auch von ihrer ausgeprägten Vorstellungskraft, gepaart mit räumlichem Denken. „Bevor ich es im System teste, habe ich meist schon ein klares Bild davon im Kopf, wie ein Bauteil später einmal aussehen muss, damit es produziert werden kann. So komme ich schneller zum Ziel.“

Spaziergang durch die Traumfabrik

„Die Abstimmung zwischen Robotik, Planung und 3D-Konstruktion, sowie Elektrik und virtueller Inbetriebnahme in der Simulation ist essentiell, damit die Anlage später wie geplant funktioniert. „Virtuell durch eine Fabrik, die nur im CAD existiert, zu spazieren und dort zu überprüfen, ob auch alles so funktioniert, wie wir uns das ausgedacht haben, macht Sinn und viel Spaß“, sagt Carolin.

Dabei immer wieder aus festgefahrenen Mustern und Standards herauszukommen und neue Themen kreativ zu entwickeln, komme ihrer Entdeckernatur sehr entgegen.
„Ich denke lieber in Möglichkeiten als in Begrenzungen. Rumspinnen ist da nicht nur erlaubt, sondern notwendig“, sagt sie. Der Vorteil am Virtual Engineering sei, dass die Entwickler auch einmal Dinge digital ausprobieren könnten, ohne dafür großen Kostenaufwand und Ressourceneinsatz in Kauf nehmen zu müssen.

Das Wir gewinnt

„In Production Solutions arbeiten wir ganz eng mit unterschiedlichsten Abteilungen und Kompetenzen zusammen: mit Produktentwicklern, Sicherheitsingenieuren, Elektrik, Konstrukteuren, aber auch mit den Kollegen, die später unsere geplante Anlage aufbauen und in Betrieb nehmen müssen“, erklärt Carolin. „Da die Anlage auch gewartet werden muss, spielt auch dies natürlich schon in der Planung und Simulation eine wichtige Rolle. Hierzu kommt der Input von unseren Kunden.“

Mit ihrem Team hat Carolin dazu nicht nur die Details, sondern immer auch das große Ganze im Blick: von der ersten Idee über das Engineering bis hin zur Realisierung und zum Aufbau des Roboters oder gleich der Anlage in der Fertigungsstätte. So unterstützt sie die Produktentwicklung und kann – falls erforderlich – in der Abstimmung des Produkts auf die Anlage jederzeit steuernd oder korrigierend eingreifen.

Und immer wieder aufschlauen

In der sich immer schneller drehenden digitalen Welt muss sich Carolin auch noch selbst immer up-to-date halten. „Ich tausche mich dazu sehr intensiv mit Robotik- und Automatisierungskollegen über neue Themen aus und studiere Fachvorträge“, erklärt sie ihr persönliches Fortbildungsprogramm.

Carolin ist dabei übrigens alles andere als ein IT-Nerd, dessen einziges Glück im Rechner steckt. Sport ist ihr mindestens genauso wichtig wie das Tüfteln am Computer. Mit Vier hat sie mit dem Schwimmen begonnen und zieht noch heute zwei- bis dreimal die Woche ihre Zwei-Kilometer-Bahnen. Sie spielt Volleyball in ihrem „Mädelsteam“ und hat vor einem halben Jahr auch noch Yoga für sich entdeckt, die dynamische Hatha-Flow-Variante. „Das ist wunderbar zum abschalten und sich fokussieren“, freut sie sich.

Das Fernweh arbeitet mit

Ihre Reise- und Entdeckerlust kommt ihr auch im Job entgegen. Im vergangenen Jahr war Carolin für ein Vierteljahr in Mexiko, wo sie sich um die Qualitätssicherung und Taktzeitoptimierung in einer von EDAG PS betreuten Anlage kümmerte. „Wir waren da mit einem multikulturellen Team aus der ganzen Welt am Start. Das war super“, berichtet Carolin. Und an den Wochenenden habe es immer auch Zeit gegeben, das Land zu erkunden. Jetzt geht es nach China. Hier unterstützt sie einen chinesischen Anlagenbauer bei den Engineeringabnahmen für eine Anlage in Südafrika. „Jeder Tag wird da zum Erlebnis“, sagt sie. Da treffen sie sich wieder: die Neugier und das Fernweh. Galileo Galilei hätte vermutlich seine Freude daran.

Werden Sie Teil des EDAG-Teams, Teil eines Experten-Teams in der Planung und Optimierung von Produktionsstätten und -prozessen. Klicken Sie jetzt durch unsere Stellenanzeigen oder nehmen Sie für weitere Informationen direkt Kontakt mit uns auf.

Punkerin im Blaumann

Ach wie niedlich: die Kindertanzgruppe Sonnenschein… Das klingt nach adretten Kleinen mit Zöpfchen und artigem Seitenscheitel, mit kariertem Röckchen und weißem Hemd, die zu Omas 90sten im Altenheim zu Blockflöte und Geigenklang eine herzallerliebste Aufführung zum Besten geben. Und dann das: Punk, knallhart, rotzig, ein Aufschrei gegen die Konventionen, mit Dezibel jenseits der Schmerzgrenze. Am Bass der Fuldaer Band: Niyet. 19 Jahre. Eine zarte, fast zerbrechliche wirkende Person. Wäre da nicht dieser funkelnde, überaus wache Blick und ihre wie elektrisiert gegen jede ankämmende Ordnung rebellierenden Haare. Und wäre da nicht ihr Bass, mit dem sie von der Bühne aus die aufgeladene Luft wummern lässt. Gnadenlos. Markerschütternd. „Ich mag’s einfach extrem“, sagt Niyet mit einem breiten Grinsen.

Und vor allem mag Niyet anpacken. Nach einem Schülerpraktikum in einer Autowerkstatt war klar geworden, dass sie nach der Realschule eine Ausbildung zur KFZ-Mechatronikerin machen wollte. „Das war die beste Erfahrung in meiner Schulzeit“, stellte sie fest. Dass sie als Mädchen in einem von Männern dominierten Beruf anfangen würde, bereitete ihr kein Kopfzerbrechen. „Das schaffe ich“, war sie gleich überzeugt. Auf ihre Bewerbungen habe sie anfangs – trotz des verbreiteten Azubi-Mangels – nur Absagen bekommen. Etwa mit der Begründung, dass der Betrieb keine Damenumkleiden und eigene Damentoiletten habe. „Irgendwann habe ich dann eine Mitarbeiterin getroffen, die bei EDAG arbeitete. Sie sagte, bewirb dich doch bei uns. Wir suchen immer Frauen. So bin ich in Fulda in der Ausbildungswerkstatt gelandet“, freut sich Niyet.

(Nicht) Allein unter Jungs

Heute ist sie das erste und einzige Mädchen im Ausbildungsgang zur KFZ-Mechatronikerin. „Unser Chef, der Klaus, hat mich immer sehr ermutigt und unterstützt“, sagt Niyet. Dass sie in der Jungs-Werkstatt fremdeln könnte, darüber hätte sich ihr Ausbilder keine Sorgen machen müssen. „Ich habe eine große Klappe und kann mich schon ganz gut behaupten.“

Sie habe es aber auch toll gefunden, dass ihr bei ihrem Einstieg in die Ausbildung viel Aufmerksamkeit und Wertschätzung entgegengebracht worden sei: „Für mich wurden einige Arbeitsklamotten in Damengröße besorgt und ich bekam eine echt nette Kollegin als Ansprechpartnerin und Vertrauensperson zugewiesen“, berichtet Niyet. Irgendwann habe sie auch einmal Dr. Lutz Helmig, den Mehrheitsaktionär von EDAG, getroffen, als dieser einen Firmenbesuch machte und ein Gruppenfoto ihrer Abteilung überreicht bekam. „Er hat mich bestärkt, meinen Weg in den handwerklich-technischen Beruf weiterzugehen. Er wolle, dass hier mehr Frauen arbeiten und das Unternehmen weiterbringen.“

Am liebsten zuhause und unter Strom

Ursprünglich hatte Niyet damit geliebäugelt, direkt bei einem Automobilhersteller in die Ausbildung zu gehen. „Doch dann kam EDAG dazwischen. Ein echter Glücksfall. Denn ich konnte in meiner Heimatstadt Fulda bleiben und kann hier nun ein viel breiteres und viel abwechslungsreicheres Spektrum der Fahrzeugtechnologieentwicklung erleben.“ Besonders habe sie auf ihren verschiedenen Ausbildungsstationen die Elektrik und Elektronik fasziniert. „Stromlaufpläne zu erstellen, Fahrzeuge mit Kabelbäumen und Sensoren zu bestücken hat mir richtig viel Spaß gemacht“, berichtet sie. „Überhaupt stehen wir hier alle immer in einem ganz intensiven Austausch, ich kann immer bei den Gesellen nachfragen, wenn ich etwas nicht verstehe, die freuen sich und erklären mir dann alles.“

Niyet will immer alles ganz genau wissen. „Um zu verstehen, wie ein Motor funktioniert, dürfen wir mehrere Übungsmotoren mal auseinander und wieder zusammenschrauben, natürlich auch viele weitere Teile im KFZ. Das macht es für uns sehr viel verständlicher“, sagt sie. Dass sie dabei nicht in einer klassischen Autowerkstatt, sondern bei einem Technologieentwickler arbeite, macht für sie die Ausbildung noch attraktiver. „Wir reparieren hier nicht irgendwelche kaputten Kundenautos, sondern machen Umbauten von Neuwagen, arbeiten mit Prototypen und Technikträgern. Da baust du immer gleich auch ein bisschen an der Zukunft mit.“

Ja Leute, das glaubt ihr jetzt nicht!

Dass andere aus ihrem Alters- und Freundeskreis weiter zur Schule gehen und vielleicht sogar bereits ein Studium anpeilen, während sie schon mit Haut und Haaren in die Arbeitswelt eingetaucht ist, lässt Niyet kalt. „Ich habe mir das doch selbst ausgesucht. Ich lerne jeden Tag was neues, das kann mir niemand mehr nehmen“, erklärt sie und fügt hinzu: „Ich bin jung, die ganze Welt steht mir offen.“

Dass sie eine „große Klappe“ hat, sagt Niyet öfter. Müsste sie eigentlich nicht. Denn das ist nun wirklich nicht zu überhören und schon gar nicht unsympathisch. Sie kommt gut an bei EDAG, ist auch noch Vorsitzende in der Jugendvertretung, spielt neben der Kindertanzgruppe Sonnenschein noch in einer weiteren Rock-Band, macht Sport und ist viel Unterwegs – was halt Teenager so machen. Nur eben alles gleichzeitig. „Ich kann einfach nicht stillsitzen“, bekennt sie.

Lampenfieber

Da möchte man ihr kaum glauben, dass dann ihre größte Sorge ausgerechnet das Lampenfieber bei einem Auftritt vor einer größeren Gruppe ist. „Da bin ich immer ziemlich aufgeregt und mir zittern die Knie. Dann denke ich mir: Das sind doch auch nur Menschen da vorne. Das macht es nur halb so schlimm, wenn ich mal stottere oder was Falsches sage. Sobald ich das überwunden habe, ist das Lampenfieber schon weg.“ Das Leben kann so einfach sein. Mit etwas Sonnenschein im Herzen.

Tauchen Sie ein in die Berufswelt, mit einer Ausbildung bei EDAG. Klicken Sie jetzt durch unsere Stellenanzeigen oder nehmen Sie für weitere Informationen direkt Kontakt mit uns auf.

Der Mittelstürmer

„Sportler zu sein, das ist mehr, als nur gewisse körperliche Fähigkeiten zu haben. Sport passiert im Kopf.“ Beim SV Prittriching, dem Sportverein der 2.500-Seelen-Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Landsberg am Lech, sind die Weichen klargestellt. Hier ist Bill seit einem Jahr zuhause und kickt hin und wieder in der Altherren-Fußballmannschaft des SVP. Die Kicker haben die Vereinsphilosophie ganz im Sinne ihres Mittelstürmers auf den Punkt gebracht: „Das Runde muss ins Eckige.“

Bill liebt den Sport. Das Kicken genauso wie das Dribbeln und Korblegen im Basketball-Court. „Da kann ich abschalten und Energie tanken.“ Allerdings fehlt dem Team- und Projektleiter von EDAG PS für regelmäßiges Trainieren zunehmend die Zeit. Sich bewegen und auspowern gefällt nämlich auch seiner sechsjährigen Tochter ausgesprochen gut. „Die Kleine hält mich richtig auf Trab. Sie hat es nicht so mit Puppen und Spielen im Kinderzimmer. Sie will immer raus und etwas unternehmen“, sagt er und lächelt dabei zufrieden. „Ganz Papas Kind!“

Das Fernweh kam per Flugzeug

Als irgendwann in der Schöpfung Energie und Begeisterungsfähigkeit verteilt wurden, muss Bill mindestens zweimal „Hier!“ gerufen haben. Anders sind sein Werdegang und sein Temperament kaum zu erklären. Der heute 40-Jährige ist mit fünf Geschwistern in Kamerun groß geworden. Der Vater war als Pilot immer in der Weltgeschichte unterwegs und brachte von dort das Fernweh mit nach Hause.

Nach dem Abitur habe Bill deswegen zu einem technischen Studium nach Frankreich gewollt. „Aber mein Großvater, der immer schon deutsche Autos und Maschinen liebte, hatte mir gesagt: Wenn du gute Maschinen bauen willst, dann musst du nach Deutschland gehen. Das habe ich dann auch gemacht.“ Die Qual der Wahl zwischen einem Studium in Maschinenbau oder E-Technik habe er im Jahr 2000 pragmatisch gelöst. „Ich habe mich einfach für den Mittelweg entschieden und Mechatronik studiert“, sagt er.

Der Walkman musste dran glauben

Das Studium an der FH München war für Bill kein Zuckerschlecken. „Ich musste die Sprache lernen und mir dann auch noch das Studium komplett über Jobs und als Werkstudent selbst finanzieren“, berichtet er. Anfangs habe er dabei auch noch mit der mechatronischen Praxis auf Kriegsfuß gestanden, gesteht er. „Da war vieles Neuland für mich. Aber dies hatte dann meinen Ehrgeiz erst recht angefacht.“ Über Videos habe er sich Schritt für Schritt eingearbeitet und viel mit Kommilitonen ausgetauscht. Und dann: „üben, üben und nochmals üben.“ Dabei habe er alles auseinander gebaut, was ihm in die Finger gekommen sei. Einen Walkman aufzuschrauben, komplett zu zerlegen und wieder so zusammenzuschrauben, dass kein Schräubchen übrig bleibt, habe ihn geradezu „elektrisiert“.

Der Opa wusste es schon: Liebe auf den ersten Blick

EDAG und Feynsinn sei 2010 dann für ihn „Liebe auf den ersten Blick“ gewesen: „Die Begegnung mit diesem unabhängigen Technologieentwicklungsunternehmen und so aufregenden Concept-Cars hatte mich gleich an meinen Großvater mit seinem Faible für deutsche Autos erinnert“, berichtet Bill. „Ich habe sofort verstanden, was er damals meinte, als er mir den Technologiestandort Deutschland ans Herz gelegt hatte.“

Und es ging für Bill gleich voll zur Sache. Als Berater für Änderungen, Automatisierung und die Wiederverwendung vorhandener CAD-Modelle unterstützte er Kunden aller Branchen beispielweise in der effektive und effiziente Einsatz CAD-System und –Schnittstellen.

Mit CAD auf der Überholspur

Aktuell ist er als Team- und Projektleiter mit seiner 16-köpfigen Mannschaft beim Nutzfahrzeugherstellers MAN in Karlsfeld am Start, wo sie den Konstrukteuren mit ihrem CAD- und PLM Know-how bei der Entwicklung innovativer Bauteile und Baugruppen zur Seite stehen. „Ich finde es total spannend, mit unserer Expertise etwas Neues voranzutreiben oder etwas bereits Erfolgreiches weiter zu optimieren – und das in einer offenen, freundlichen und immer konstruktiven Atmosphäre mit unseren Partnern“, freut sich Bill.

Dass die Erwartungen der Kunden an ihre Berater und externen Projektteams immer extrem hoch sind, motiviert ihn besonders. „Um maximal agil und schnell auch komplexe Aufgaben bewältigen zu können, müssen wir unser eigenes Know-how immer auf dem neuesten Stand halten und weit über den Tellerrand bestehender Aufgaben hinausblicken“, stellt Bill fest.

Ein bekennender Stillstandsallergiker

Das sei für ihn aber kein unangenehmer Druck. Im Gegenteil. Es mache ihm richtig Spaß, sich ständig weiter zu informieren und mit Kollegen auszutauschen, die in verschiedensten Fachbereichen und teilweise auch in ganz unterschiedlichen Branchen unterwegs seien. „Ich bin einfach ein Stillstands-Allergiker, will immer, dass es vorangeht und dass wir gemeinsam weiterkommen“, erklärt er seine eigene kreative Unruhe.

So klar für Bill seine Roadmap im Job ist, so klar hat er auch seine ganz persönlichen Ziele im Auge. Dazu gehört, irgendwann einmal alle großen europäischen Städte besucht zu haben. „In Deutschland bin ich schon fast durch“, freut er sich. Nun nehme er die Nachbarländer verstärkt ins Visier. Dazu „verschlinge“ er Dokus, Bücher und Blogs über die Kultur und Geschichte der Metropolen. Wenn seine Zeit oder das Töchterlein es zulassen. Entscheidend, das weiß er, ist ohnehin vor allem das, was sich im Kopf abspielt. Dann kommt schon irgendwann zusammen, was zusammengehört.

Erfahren Sie mehr über die EDAG und wie wir gemeinsam mit Ihnen den Weg nach vorne gehen.

Der 3D-Bildhauer für die einfachen wie schwierigen Fälle

„Autos und Motorräder sind meine große Leidenschaft“, sagt Chris. „Ich bin Schrauber mit Begeisterung“, bekennt er. Deswegen verbringt er gerne einige Zeit mit seinen Kumpels in der eigenen Werkstatt. Ausgestattet mit allem was das Schrauberherz begehrt, sind sie gerade dabei, einen ausgemusterten PS-starken V8 Biturbo Motor wieder aufzubereiten. „Ich habe schon die ein oder andere Erfahrungen mit „learning by doing“ gemacht – aber ‚DAS’ ist selbst für mich eine Herausforderung, eine bei der ich gerne das Know-How von erfahrenen Mechanikern heranziehe“, bekennt er.

Chris ist wissbegierig, er geht den Dingen gerne auf den Grund. „Ich möchte wissen, wie es läuft, scheue es auch nicht, anzupacken und versuche immer das Beste zu erreichen, auch wenn’s mal schwierig ist“.

Aufgeben? – auf keinen Fall

Chris ist in Ingolstadt zu Hause. Mit 16 hatte er sein erstes Motorrad und gleich die passende Werkzeugkiste dazu. Eine Ausbildung zum Zweiradmechaniker nach der Mittleren Reife wäre naheliegend gewesen. Nach einem Praktikum entschied er sich jedoch dagegen. „Das Hobby sollte Hobby bleiben und beruflich war ich viel mehr an der kreativen Welt interessiert“, erklärt Chris.

Nachdem einer seiner Freunde ihm das Jobprofil eines Mediengestalters schmackhaft gemacht hatte, dauerte es nicht lange, bis er die Zusage zur Ausbildung bekam. Allerdings wurde ihm im ersten Ausbildungsbetrieb eine unüberwindbare Hürde in den Weg gelegt: Der Betrieb ging in die Insolvenz. Sein weiterer Berufsweg stand auf dem Prüfstand. Aufgeben kam für Chris aber nicht in Frage.

Im Gegenteil. Er war jetzt erst richtig motiviert. „Ich hatte hineingeschnuppert, welche Möglichkeiten sich im kreativen Bereich auftun und wollte unbedingt mein technisches Interesse mit dem kreativen CGI Bereich (Computer Generated Imagery) verbinden.“

Im Spiel mit Kamera, Licht und Ton

Chris schrieb sich in München an einer privaten Hochschule für das Studium in der digitalen Filmproduktion ein, das er erfolgreich als Bachelor of Arts abschloss. „Mich interessierte alles. Von den Grundlagen einer Medienproduktion bis hin zum Spiel mit Kamera, Licht und Ton“, beschreibt er seine Motivation. „Die Begeisterung hat mich seither nicht mehr losgelassen.“

Den Unterhalt während des Studiums selbst zu verdienen, war für ihn selbstverständlich. Chris jobbte nebenher als Modeberater sowie als Barkeeper in Bars und Clubs in Ingolstadt und Umgebung. Rückblickend stuft er seine Zeit als Barkeeper als ein Stück „Schule des Lebens“ ein. „Auf die Erfahrungen, die ich damals sammeln konnte, greife ich noch heute zurück, wenn es um die Zusammenarbeit im Team ankommt. Menschen mit unterschiedlichsten Charakteren begeistern, ihnen einfach nur mal zuhören oder vermittelnd zur Seite zu stehen. Das hilft mir in meiner heutigen Führungsposition.“

Herausforderung gesucht – und angenommen

Nach seinem Studium war Chris auf der Suche nach einer Herausforderung, bei der er seine Fähigkeiten und Ideen unter Beweis stellen konnte, seine Leistungen für das Unternehmen wichtig sind und einen Eindruck hinterlassen. „Ich war total begeistert davon, was Feynsinn (eine Marke der EDAG) im Bereich Visualisierung macht und welche Möglichkeiten das Unternehmen bietet – für mich die perfekte Kombination, um meine beiden Leidenschaften – Fahrzeuge und die 3D-Welt – zu bündeln.“ 2012 stieg er daher hoch motiviert als 3D-Simulationsentwickler bei EDAG in Ingolstadt ein. „Meine Werkstatterfahrung und gutes technisches Vorstellungsvermögen haben mir sehr geholfen, mich in die Visualisierung anspruchsvoller Kundenprojekte hineinzudenken.“

PEP mit 3D-Tools

„Heute können wir bei Feynsinn und der EDAG Production Solutions den gesamten Produktentstehungsprozess begleiten, mit Software, die wir speziell auf unsere Anforderungen anpassen und gestalten“, erklärt er. „So beschäftigen wir uns zum Beispiel mit der digitalen Fabrik, ermöglichen virtuelle Begehungen künftiger Produktionsstätten und erstellen auf Basis von CAD-Daten Fahrzeugkonfiguratoren, mit denen Endkunden renommierter Automobilhersteller online ihre Fahrzeuge in allen möglichen Ausstattungsvarianten selbst zusammenstellen und mit der neuesten VR-Technik sogar interaktiv erleben können.“

Chris ist mitllerweile seit mehreren Jahren Projektleiter der Visualisierung und unterstützt zudem das Marketing und den Vertrieb. In seinen Projekten arbeiten kreative 3D-Artists und Programmierer Hand in Hand mit Technikern und Ingenieuren. Das ist ihm wichtig. „Wir leben flache Hierarchien und können so agil und innovativ wie ein Start-up arbeiten. Zugleich haben wir mit EDAG, unserem Mutterkonzern, einen starken Rückhalt, der uns Sicherheit bietet.“

Feynsinn habe es geschafft, die Elemente Flexibilität und Kreativität in der Arbeit zu erhalten und ein Umfeld zu schaffen, in dem jeder seine Ideen einbringen könne. „Es macht sehr viel Spaß, mit all den talentierten und begeisterten Kollegen hier zusammenzuarbeiten und zu erleben, dass wir für unsere Kunden einen echten positiven Mehrwert schaffen“, stellt Chris fest.

Der Gaming-Controller in der Lackierpistole

„Es gibt es eine Vielzahl von genialen Projekten, bei denen ich ein Teil des großen Ganzen war – egal ob als Artist oder als Projektleiter. Der VR-Paintshop mit dem Gaming-Controller in der Lackierpistole gehört dabei zu meinen absoluten Favoriten.“ Sein Team habe für die Lackiererausbildung eine Lackierpistole als Gaming Controller umgebaut. Dies eröffne den Azubis ganz neue, bislang ungeahnte Möglichkeiten. In Verbindung mit einer VR-Brille werde der Anwender in eine 360-Grad-Lackierkabine versetzt, in der er Karosserie- und andere Bauteile fachgerecht lackieren könne – mit einem haptischen Feedback, vermittelt durch die Lackierpistole. „Der Lackiershop transportiert einen absolut realistischen Lackierprozess inklusive Qualitätsfeedback und ist doch ‚nur’ virtuell“, erklärt Chris. BMW setze den VR-Shop bereits erfolgreich in seinem Werk in Mexiko ein.

So sehr sich Chris mit seinen Teams für Gaming, Simulationen, Augmented und Virtual Reality begeistert, beim Motorrad- und Autofahren bleibt er doch dem ganz und gar realen Erlebnis treu und lässt auf der Rennstrecke die digitale Welt lieber hinter sich – im Büro.

Wollen auch Sie mit anpacken? Mit Ihrem Team das Beste erreichen? Bewerben Sie sich jetzt für einen Job im Projektmanagement innerhalb der EDAG Group.

Der schreinernde Formvollender

Für die einen ist es nur ein Stück Holz. Für andere steckt darin eine ganze Welt. So hat das immer schon Alexandre gesehen. Aus Holz mit der Kraft seiner Fantasie und mit viel handwerklichem Geschick Formen und Funktionen entstehen zu lassen, ist für den gelernten Elektrotechniker mehr als nur ein liebgewonnenes Hobby. Es ist ein unverzichtbarer Teil seines Lebens und seines Charakters.

Schon am College bewies er großes Geschick beim Bau von Modellflugzeugen. Mit viel Kreativität, Hingabe und Liebe auch zu den kleinsten technischen Details ließ er kleine Kunstwerke entstehen. Ziemlich außergewöhnlich für einen Elektrotechniker. Das fand auch ein Luftfahrtunternehmen, das ihn in den letzten Zügen seines Studium als Trainee im Design für Flugzeugkabinen einstellte.

Holz als Lehrmeister

„Holz war und ist für mich immer ein super Lehrmeister gewesen“, stellt Alexandre fest. „In der handwerklichen Arbeit konnten sich hervorragend mein räumliches Vorstellungsvermögen und meine Kreativität in der Formgestaltung entwickeln. Das kam mir dann auch bei der CAD-Gestaltung in Entwicklungsprojekten sehr zugute.“

Der Wechsel vom Flugzeugbau zur Automotive-Entwicklung bei EDAG im Jahr 1998 war für Alexandre dann auch kein Problem. Im Gegenteil. „Ich habe im Car-Design angefangen. Wir waren damals ein kleines Büro mit gerade einmal 15 Mitarbeitern und konnten schon für richtig große Kunden arbeiten“, erinnert er sich.

Am Hotspot der Automobilindustrie

Das Büro sei im Laufe der Zeit mit den Aufgaben der auf dem lateinamerikanischen Markt aufstrebenden Kunden gewachsen. „In Großraum von São Paulo ist die Automobilindustrie einer der wichtigsten Player. Hier haben alle großen OEM ihre Standorte. Ein echter Hotspot – und wir sind mittendrin“, freut sich Alexandre. EDAG habe sich in den Boomjahren nach der Jahrtausendwende sehr breit aufgestellt und besonders im Nutzfahrzeuggeschäft bei den Bigshots der Branche, wie zum Beispiel DAF, Iveco, VW und Mercedes, punkten können.

Je vielfältiger und unterschiedlicher sich die Entwicklungsaufgaben für das Unternehmen auf diesem hoch dynamischen Markt entwickelten, desto breiter wurde auch das Arbeits- und Aufgabenspektrum für Alexandre. Das Car-Design und das CAD-Tüfteln an den technischen Details hatte er schon bald hinter sich gelassen. Alexandre wurde für andere Aufgaben gebraucht. Etwa als Projektmanager oder seit 2017 als Leiter der Produktentwicklung.

Reden – zuhören – Lösungen finden

Damit veränderte sich zugleich auch seine Rolle im Team. „Heute geht es für mich mehr darum, den Überblick zu haben, die Kollegen in ihrer Arbeit zu unterstützen und ihnen für ihren Erfolg die besten Voraussetzungen zu schaffen“, sagt er. „Kommunikation ist in meiner Position herausragend wichtig. Ich bin immer weniger mit konstruieren als vielmehr mit reden, zuhören und Lösungen finden beschäftigt. Und das auf ganz vielen unterschiedlichen Projektfeldern gleichzeitig.“ Aber genau das mache mittlerweile für ihn auch den besonderen Reiz seines Jobs aus. „Weil jedes Projekt anders ist, ist auch kein Tag ist wie der andere. Ich muss mich immer wieder neu einlassen und lerne permanent dazu.“

Eine Entwicklung sei dabei ein bisschen wie eine Expedition: „Je größer die Herausforderungen sind, desto enger rückt das Team zusammen. Da schaut dann keiner auf die Uhr, wenn es darum geht, eine optimale Lösung zu finden“, erklärt der Projektleiter.

Gemeinsam durch dick und dünn

Dazu ist ihm ein gegenseitiges Vertrauen besonders wichtig. „Um gemeinsam erfolgreich zu sein, müssen wir uns immer aufeinander verlassen können. Da ist gut zu wissen, dass wir mit unseren Kollegen auf der ganzen Welt eine große EDAG-Familie sind und gemeinsam durch dick und dünn gehen können.“

Die letzten zwei Jahre musste das EDAG-Team in Brasilien auch wirklich besonders eng zusammenrücken. Die Wirtschaft in Brasilien war nach Jahren großen Wachstums 2017 schwer ins Stocken geraten. Sinkende Rohstoffpreise, steigende Verschuldung des Privatsektors und sehr niedrige Produktivität machten der neuntgrößten Volkswirtschaft zu schaffen. Die Arbeitslosigkeit stieg in der Folge von 8,6 auf mittlerweile zwölf Prozent an.

All dies war an EDAG Brasil nicht spurlos vorübergegangen. „Die großen Entwicklungsprojekte der OEM waren in der Krise auf Eis gelegt worden, stattdessen standen das operative Geschäft und das Erledigen der Bestandsaufträge auf der Agenda“, berichtet Alexandre. „Wir sind da alle zusammen mit unseren Kunden durch eine schwierige Zeit gegangen. Das Gute daran: Die Krise hat uns noch mehr zusammengeschweißt.“

Mit Schreinern ins Familienglück

Und wenn’s mal richtig stressig wird, hat Alexandre ja immer auch noch seine kleine Holzwerkstatt zu Hause. „Da kann ich hervorragend entspannen“, freut er sich. Am liebsten baue er Möbel. Zuletzt habe er gemeinsam mit seinen Töchtern deren gesamte Kinderzimmerausstattung geschreinert. „Die Begeisterung meiner Mädels für unser Familienprojekt war phänomenal. Das hatte mich sehr motiviert. Wie in der Arbeit wollte ich dann auch bei der Gestaltung unseres Zuhauses alles zu 100 Prozent richtig machen“, berichtet er. Das Zimmer sei so ein echtes Schmuckstück geworden. Noch wichtiger sei ihm dabei aber, Zeit mit seiner Familie verbracht zu haben. „Das ist für mich das pure Glück. Daraus schöpfe ich viel Kraft und Freude in meinem Leben.“

Mittlerweile habe sich die Lage in Brasilien wieder etwas entspannt, die Zuversicht sei zurückgekehrt in die Wirtschaft und bei EDAG Brasil könne man sich wieder auf die eigentliche Mission besinnen: „Immer vorwärts marschieren und heute schon das Morgen ins Visier nehmen“, freut sich Alexandre. Denn das mache noch immer am meisten Spaß. Neben dem Schreinern.

Zahlenversteherin mit Kampfgeist

Xin ist ein Sturkopf. Ein sehr liebenswürdiger Sturkopf. Wenn sie sich einmal etwas in den Kopf gesetzt hat, marschiert sie vorwärts. Und zwar bis sie ihr Ziel erreicht hat. Das war schon so, als sie noch ein kleines Mädchen war. An einen Tag aus ihrer Kindheit erinnert sich die 33-Jährige bis heute. Mit acht Jahren war sie mit den Großeltern in einem Restaurant. In China steht traditionell auch Hundefleisch auf der Speisekarte. „Als ich aus der Küche das verzweifelte Jaulen eines Hundes hörte, wurde mir schlagartig klar, dass da gerade etwas Schreckliches passierte. Ich weinte und schrie so laut ich konnte, um das Jaulen nicht mehr zu hören.“ Die Großeltern brauchten fortan nicht mehr mit ihrer Enkelin in solche Restaurants gehen.

Ein Hund namens Joghurt

Xin wollte es später mit bloßer Empörung über die gequälte Kreatur nicht bewenden lassen. Sie liebäugelte deswegen lange damit, Tierpflegerin im Zoo zu werden und begann zudem, sich im Tierschutz zu engagieren. Heute setzt sie sich in einer Hilfsorganisation für das Wohlergehen verwahrloster oder bedrohter Hunde und Katzen ein und versucht, diese mit neuen, fürsorglichen Besitzern zusammenzubringen. Klar, dass sie auch selbst einen Hund hat. Einen zweieinhalbjährigen Schnauzer. Sein chinesischer Name „酸奶“ bedeutet so etwas wie „Joghurt“ – vielleicht, damit traditionelle Metzger und Köche gar nicht erst auf dumme Gedanken kommen?

Von ihrem eigenen Leben hatte Xin schon immer sehr konkrete Vorstellungen. Sie eiferte dem Vorbild ihrer beruflich sehr erfolgreichen Mutter nach, studierte Buchhaltung und wollte ihren Fleiß in Verbindung mit einer guten Ausbildung nutzen, ihren Horizont deutlich zu erweitern. Den dazu passenden Partner hatte sie schon mit 17 auf dem College kennengelernt. Er war zwei Jahre älter als sie und hatte wie sie Lust, nach den Chancen zu greifen, die das in jeder Beziehung aufstrebende China bot.

Mit Vollgas in einer Wahnsinnsstadt

„Ich komme aus dem Südwesten Chinas, bin dann zum Studieren ganz in den Norden gezogen, um schließlich 2007 in Shanghai zu landen, wo ich einen Job als Controllerin in einem Produktionsbetrieb annahm“, berichtet Xin. Angesichts der Größe des Landes war dies für die junge Frau und ihren Mann ein Trip in jeweils ganz neue Welten und Kulturen. Die 26-Millionen-Metropole Shanghai, die größte Stadt Chinas, faszinierte Xin dabei am meisten: „Eine Wahnsinnsstadt, extrem modern und mit einem enorm hohen Tempo. Die City und ihre Menschen scheinen immer nur nach vorne zu schauen und dabei Vollgas zu geben.“

2011 kam Xin zu EDAG, wo sie als Projekt-Controllerin einstieg. „Das Unternehmen stand für mich für Aufbruch und Zukunft“, berichtet sie. „Als ich anfing, waren wir 100 Leute, heute sind wir mehr als 350.“ Besonders gefällt ihr der intensive interkulturelle Austausch: „Wir sind ein internationales Team aus Deutschen, Franzosen, Italienern, Spaniern, Indern und Chinesen. Das macht mir sehr viel Spaß“, freut sich Xin.

Mit Kopf, Bauch und Herz

Dabei zeigt sich, dass sie ebenso ein echter Bauch- und Herzensmensch ist wie auch ein ebenso leidenschaftlicher Kopf- und Verstandsmensch. „Zahlen folgen einer klaren Logik“, erklärt sie. Pläne und Ergebnisse zusammenzuführen, sei für sie deswegen aber keinesfalls eine staubtrockene Materie. „Alle Beteiligten einer Entwicklung müssen sich permanent austauschen, um zu verstehen, wie das gewünschte Ergebnis erzielt werden kann.“ Das gehe nur in einem starken, motivierten Team.

Als sie 2013 die Leitung ihrer Abteilung übernahm, wurde Xin schwanger: Zwillinge. Eine doppelte Herausforderung. Dennoch bedeutete die Geburt ihrer beiden Söhne für sie nur eine kurze Auszeit. In China ist es üblich, dass die Großeltern intensiv in die Kinderbetreuung eingebunden sind. Den Vorteil hatte Xins junge Kleinfamilie nicht. Die Großeltern lebten zu weit weg, um für eine dauerhafte Betreuung zur Verfügung zu stehen. „Das mussten wir alles selbst hinbekommen“, sagt Xin.

Zwei richtig harte Jahre

Dabei verlor sie aber nicht ihre eigenen beruflichen Interessen und Ziele aus den Augen. Zwei Jahre stürzte sich Xin neben Beruf und Familie in eine spezielle Controlling-Ausbildung am renommierten Institute of Management Accountants of USA, die sie 2019 erfolgreich abschloss. „Das waren zwei richtig harte Jahre“, räumt sie heute ein. „Der Tag hat nun einmal nur 24 Stunden, die Kinder und die Arbeit durften dabei nicht zu kurz kommen. In dieser Zeit mussten dann sechs Stunden Schlaf reichen. Und das an sieben Tagen in der Woche.“ Ihre Söhne hätten dabei akzeptiert, dass ihre Mutter in dieser Zeit nur eingeschränkt für sie zur Verfügung gestanden hätte. „Sie haben das trotz ihres jungen Alters verstanden und gemeinsam super hingekriegt“, freut sie sich über diese außerordentliche familiäre Teamleistung, die alle noch enger zusammengeschweißt hätten.

„Für mich sind diese beruflichen und privaten Erfahrungen gleichermaßen enorm wichtig“, unterstreicht Xin, die mittlerweile als Finance Director bei EDAG Engineering und Design in Shanghai große Verantwortung trägt. Dass dies ihren Blick nach vorne trüben könnte, steht nicht zu befürchten. „Ich brauche immer neue Ziele“, sagt sie in aller Bestimmtheit. „Nicht langfristig, sondern lieber kurzfristig. Weil sie dann für mich greifbarer und unmittelbarer erreichbar sind.“

Wahrheitsfindung vor dem Spiegel

Deshalb habe sie es sich angewöhnt, sich zu ihrem Geburtstag vor den Spiegel zu stellen und sich selbst zu fragen, was sie im vergangenen Jahr erreicht habe und wo sie im neuen Lebensjahr hin wolle. Das Selbstgespräch könne von Jahr zu Jahr unterschiedlich lange dauern. Ein Ergebnis stehe für sie dabei aber immer schon fest. „Ich will immer Neues lernen und kennenlernen, meinen Horizont weiten und Gutes für Menschen, Tiere und die Natur tun“, sagt Xin. Wenn sie in ihrer Spiegelrückschau feststelle, dass sie ein gestecktes Ziel einmal nicht erreicht habe, sei sie nicht sauer. „Aber mein Ehrgeiz ist dann erst recht angestachelt und ich greife weiter an. Da bin ich dann richtig stur.“

Jacek

Projektleiter
E/E Embedded Systems & AI

Raumfahrer auf Abwegen

Bei EDAG: seit 2014

Raumfahrer auf Abwegen

Um nach den Sternen zu greifen, muss er nicht ins All. Obwohl dies Jacek gut gefallen hätte. Als Kind träumte er davon, Astronaut zu werden. Auf dem Weg dorthin hatte er sich bereits intensiv mit der Astronomie beschäftigt und den nächtlichen Sternenhimmel mit dem Teleskop erkundet. „Physik und Technik haben mich schon immer interessiert. Als mir klar wurde, dass es mit der Astronautenkarriere nichts werden würde, habe ich mich entschlossen, Ingenieur zu werden“, erzählt Jacek.

Heute ist der 32-Jährige Projektleiter E/E Embedded Systems & AI bei EDAG an den Standorten Lindau und Ulm, wo insgesamt 40 Softwareentwickler primär an Software für selbstfahrende Autos tüfteln. „Das ist alles hoch komplex, denn die Fahrzeuge müssen lernen, ihre Umgebung zu erkennen, zu deuten und je nach Situation eine passende Entscheidung zu treffen. Hier eröffnet uns AI – oder auf Deutsch ‚Künstliche Intelligenz’, KI – ganz neue Horizonte“, sagt Jacek.

Feuerprobe bestanden

Dass er sich heute mit großer Begeisterung auf solche anspruchsvollen Aufgaben stürzt, hätte er sich noch vor einigen Jahren wohl kaum vorstellen können. „Als ich an der Hochschule Darmstadt mein Elektrotechnik-Studium begonnen hatte, war dies für mich ein Weg voller Hürden & Herausforderungen. Ich hatte das Studium komplett unterschätzt und brauchte erst einmal eine ganze Weile, bis ich begriffen hatte, wie das funktioniert und wie ich mich dafür zu organisieren hatte.“ Erst dann habe er seinen Weg gehen können und sich mit aller Leidenschaft in die Themen Elektronik, Energie und erneuerbare Energie gestürzt. „Mir gefielen die ganz unterschiedlichen Projekte, die um technologische Lösungen für Zukunft kreisten, und vor allem die Teamarbeit“, sagt Jacek. Dies sei für ihn die perfekte Vorbereitung auf die Aufgaben bei EDAG gewesen.

Mit Highspeed in den Job

Dass er nach dem Studium gleich in einem der heißesten E/E- und AI-Thinktanks landen würde, habe er auch nicht ansatzweise ahnen können. „Das war für mich so weit weg wie Astronaut zu werden. Irgendwo als Software-Entwickler anzufangen, schien mir schon wahrscheinlicher“, erinnert sich Jacek. Eine aussichtsreiche Bewerbung bei einem Unternehmen lief bereits, als mehrfach das Telefon bei ihm klingelte. Eine Nummer aus Ulm. „Ich erinnere mich noch genau. Es war Dienstag, der 9. September 2014. Viermal habe ich weggedrückt. Abends war ich dann aber doch neugierig und rief zurück“, erzählt Jacek. Am anderen Ende war Alexander, der begeistert davon erzählte, dass er gerade für EDAG die Abteilung E/E Embedded Systems aufbaue und dafür Leute suche.

„Zwei Tage später, am Donnerstag, war ich in Lindau zum Bewerbungsgespräch. Am Freitag, den 12., hatte ich den Vertrag und am Samstag, den 13. September 2014, stand ich schon mit meinem Koffer in Lindau. Meine Zukunft hatte begonnen – mit Höchstgeschwindigkeit auf der Überholspur“, berichtet Jacek.

Wie eine große WG

„Das war und ist alles total aufregend“, sagt er. „Wir haben vor vier Jahren zu Dritt in Lindau mit dem Aufbau des Teams angefangen und uns gleich in die Arbeit gestürzt. Heute sind wir zu Acht und wachsen wie ein Start-up immer weiter mit unseren Aufgaben.“ Gutes Teamplay ist Jacek, der seit 2016 Projektleiter ist, dabei besonders wichtig. „Dazu muss man ähnlich ticken und sich gut verstehen. Hier bei uns Lindau gelingt dies perfekt. Wir arbeiten ganz eng und vertrauensvoll zusammen. Das ist ein bisschen wie eine große WG. Ein Team um mich zu haben, das zusammensteht und mit all dem Enthusiasmus, Ausdauer und großer Fröhlichkeit gemeinsam herausfordernde Projekte angeht, freut mich immer wieder aufs Neue riesig. Da kann ich nur Danke sagen.“

Beobachten, führen, gewinnen

Dass er ein Team in einem Projekt führen, für die Sache begeistern und zu Gewinnern machen kann, hat Jacek schon an anderer Stelle ausgiebig bewiesen. Bevor es in den Beruf ging, hatte er in seiner Freizeit 15 Jahre als Tischtennistrainer gearbeitet und dabei dreimal die Woche bis zu 30 Kinder und Jugendliche im Alter von fünf bis 18 Jahren trainiert. „Das macht einen entspannt im Umgang mit unterschiedlichen Temperamenten. Und Erfahrungen mit Stress und Wettkampfsituationen sind im Berufsalltag auch ganz praktisch“, sagt er mit einem Augenzwinkern. Dabei komme ihm entgegen, dass er als begeisterter Hobby-Fotograf gelernt habe, Mensch und Natur erst einmal genau zu beobachten und zu verstehen, bevor er sich ein Bild davon mache und ins kreative Ausgestalten komme.

Engineering über bestehende Denkhorizonte hinaus

Seit 2017 verantwortet Jacek zusätzlich den Aufbau des Innovationsbereichs Künstliche Intelligenz. „Ich bin fest davon überzeugt, dass AI ein Zukunftsthema ist, bei dem wir den Anschluss keinesfalls verpassen sollten. In Gesprächen spüre ich immer wieder, dass die Erwartungen an AI extrem hoch sind, im Automotive- genauso wie im Industrie- und Medizin-Sektor“, sagt Jacek. Die Integration von Künstlicher Intelligenz in unterschiedlichste Technologie-Konzepte passe für ihn ganz hervorragend zu EDAG. „Das ist Engineering über den bestehenden Denkhorizont hinaus. Dies hat EDAG in 50 Jahren immer richtig gut verstanden.“

Nach den Sternen greifen

Aber so sehr Künstliche Intelligenz auch in aller Munde sei, so sehr schlage ihr – wie so oft bei umwälzenden Neuerungen – auch viel Skepsis entgegen. „Was bringt AI überhaupt, vor allem zu welchem Aufwand und welchen Kosten? Da müssen wir immer viel Grundlagen- und Überzeugungsarbeit leisten und mitunter auch zu Botschaftern im eigenen Unternehmen werden“, sagt Jacek und fügt gleich hinzu: „Ich finde es großartig, dass wir dabei im Unternehmen eigentlich immer auch auf ein offenes Ohr treffen – dann liegt es ‚nur’ noch an uns, mit unserem Wissen und unseren Ideen zu überzeugen. Nur wer die Sterne sieht, kann auch auf den Weg machen, um nach ihnen greifen.“ Ein bisschen was von einem Astronauten steckt eben doch noch in Jacek, dem Visionär mit dem Hang zum Machen.

Ihre Ideen in der automobilen Zukunft, Ihre Neugier in der Softwareentwicklung, Ihr Griff nach den Sternen mit EDAG. Klicken Sie jetzt durch unsere Stellenanzeigen oder nehmen Sie für weitere Informationen direkt Kontakt mit uns auf.

Nico

Projektkoordinator
Karosserieentwicklung

Der Ironman

Bei EDAG: seit 2006

Der Ironman

„Wie war’s gestern abend? Gut, ich war Schwimmen, Radfahren und Laufen“, sagt Nico und strahlt dabei übers ganze Gesicht. Drei Stunden sei er unterwegs gewesen. Geht’s nicht auch eine Nummer kleiner? Eine kurze Joggingrunde im Park, ein paar Liegestützen und dann Kino oder was Leckeres essen? „Da habe ich auch Spaß dran, aber für einen Triathlon wäre dies dann doch ein bisschen wenig Vorbereitung.“ Und wenn Nico von Triathlon spricht, dann von dem richtigen: 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radeln und 42,2 Kilometer Laufen – am Stück. Und das am besten auf Hawaii, wo sich jedes Jahr die Besten der Besten beim Ironman treffen.

Fabelzeit auf dem Ali’i Drive

Im letzten Jahr ist Nico nach neun Stunden und neun Minuten ins Ziel auf dem legendären Ali’i Drive in Kona eingelaufen. Eine Fabelzeit für einen Hobbysportler. Platz 169 in der Gesamtwertung, eine Stunde 17 Minuten hinter seinem Landsmann, dem Profi Patrick Lange, der sich bei seinem zweiten Hawaii-Erfolg nach einem neuen Streckenrekord den Lorbeerkranz auf den Kopf setzen ließ.

Um derart eindrucksvoll in der Riege der Superathleten mithalten zu können, kommen für Nico zwölf bis 18 Stunden Training pro Woche zusammen – in der Freizeit wohlgemerkt. Denn anders als Patrick Lange, Jan Frodeno, Faris Al-Sultan & Co., die als Vollprofis ans Leistungslimit gehen, hat Nico neben dem Triathlon auch noch einen anspruchsvollen Job, und zwar in Vollzeit.

Gekommen, um zu bleiben

Blicken wir zurück. 2006 hatte Nico nach der Realschule im heimischen Sindelfingen eine Ausbildung bei EDAG zum Technischen Produktdesigner begonnen. Er ist gekommen, um zu bleiben. Heute ist er Projektkoordinator in der Fahrzeugkarosserieentwicklung und arbeitet mit seinem Team für Kunden wie Daimler an CAD-Konstruktionen. Im Fokus der EDAG-Konstrukteure in Sindelfingen sind Bauteile und Baugruppen für den Karosserierohbau.

„Ich war schon von klein auf sehr technikaffin, habe immer gerne gebastelt und geschraubt und baue mir bis heute meine Möbel selbst“, berichtet Nico. Auch den Umbau eines VW-Busses zum Sport- und Reisemobil habe er selbst in die Hand genommen. „Ich tüftle einfach gerne an eigenen Lösungen.“

Grenzen des Erwartbaren verschieben

Da liegt es nahe, dass er sich auch Teile für sein Triathlon-Fahrrad nach Möglichkeit maßanfertigt. Zuletzt habe er (nach dem Training!) im CAD eine Verpflegungsbox mit Fahrradhalterung konstruiert und im 3D-Druck passend für seine Bedürfnisse gebaut. „Dabei folge ich einfach nur meiner Neugier und der Lust, die Grenzen des Erwartbaren immer ein bisschen weiter zu verschieben“, stellt Nico fest. „Das gefällt mir auch so bei EDAG. In unseren Projekten geht es um die vielen ausgeklügelten Details. Wir beschäftigen uns mit anspruchsvollster Präzisionstechnik. Und das nicht etwa im Format einer Schweizer Uhr, sondern in der Größe eines Autos.“

Aber wie passen diese Begeisterung für den Job und die Leidenschaft für den Triathlon zusammen? Kann es überhaupt gelingen, auf allen Feldern top zu sein, ohne dass unterwegs irgendwo der im Marathon so gefürchtete „Mann mit dem Hammer“ zuschlägt? „Beim Triathlon gibt es wie in herausfordernden Projekten unterwegs immer die Phasen, in denen du dir die Frage stellst: Warum tust du dir das überhaupt an? Schaffst du es noch?“, weiß Nico aus eigener Erfahrung. „Solche negativen Gedanken bringen einen nicht weiter. Du musst dir vielmehr positive Ziele setzen und intensiv in dich reinhorchen, welche Kräfte du mobilisieren musst und wo du sie sinnvollerweise einteilst.“

Kein Leben nur im Tunnel

Triathleten sind Verrückte, die nichts anderes im Sinn haben als vor sich hin zu trainieren, perfektionistisch und fokussiert zu sein. Diesem verbreiteten Klischee mag Nico nicht entsprechen: „Ein Leben nur im Tunnel wäre nichts für mich. Mir geht es darum, bei meinem Sport Spaß zu haben. Die Limits setzt mir dabei mein Körpergefühl.“

Wenn in Projekthochphasen eine 50-Stunde-Woche anstehe, könne der Körper nicht gleichzeitig für hohe Belastungen im Sport bereit sein. „Da werde ich dann nichts erzwingen und schon gar nicht meine Gesundheit riskieren“, erklärt Nico. „Mir geht es grundsätzlich darum, meine Ziele spielerisch zu erreichen, mich dabei auch maximal zu fordern – allerdings immer nur im Rahmen der gerade gegebenen Möglichkeiten.“

Keine Lust auf Abhängigkeit

Deswegen mag er sich als Sportler auch nicht vermarkten lassen. „Professionelles Sponsoring interessiert mich nicht. Ich habe keine Lust, abhängig zu sein, sondern will immer die Freiheit haben, das zu tun, was ich möchte. Nämlich Sport machen, der mich erfüllt und eins werden lässt mit der Natur“, sagt Nico und klingt dabei sehr entschieden.

Und wo wir schon bei den Klischees sind: Triathleten sind nicht nur verrückt, sondern mehr noch: verrückte Einzelgänger, die an den Wechselstationen und im Zieleinlauf auch gern mal die Ellenbogen ausfahren. „Für mich geht es im Sport wie im Job immer um Teamplay“, hält Nico dagegen. „Auch individuelle Bestleistungen haben am Ende doch immer viele Väter und Mütter.“ Kürzlich sei er mit Freunden aus dem Sport in vier Tagen über die Alpen von Oberstdorf nach Meran gerannt. Mit nur zwei Kilo Gepäck im Rucksack. „Da muss man sich aufeinander verlassen können und jeder für die Gruppe Verantwortung übernehmen, alleine schafft man das nicht. Aus Rücksicht wächst die Kraft der Gemeinsamkeit. Und die kann Berge versetzen“, sagt Nico.

Von solchen Erfahrungen profitiert er auch in der Projektarbeit. „Nur gemeinsam kommen wir zum Erfolg. Das ist mein Mantra. Wenn jeder sein Bestes gibt, wird es was“, weiß Nico. „Wenn es wie bei der Alpenüberquerung beim Aufstieg auf den Pass mal schwierig wird, bringt es nichts, Druck aufzubauen, da müssen wir vielmehr gemeinsam eine Lösung finden, wie wir die Aufgabe meistern können. Daraufhin dann alles aus sich herauszuholen, macht Spaß und bringt große Erfüllung.“ Im Ziel, das wisse er als „Ironman“, werden die Strapazen belohnt. Selbst wenn man nicht ganz oben auf dem Treppchen stehe.

Wollen Sie mit uns weitere Klischees brechen und unkonventionelle Wege zur automobilen Zukunft gehen? Klicken Sie jetzt durch unsere Stellenanzeigen oder nehmen Sie für weitere Informationen direkt Kontakt mit uns auf.

Dirk

Teamleiter
Ausbildung

Ein Ausbilder, der rockt

Bei EDAG: seit 1982

Ein Ausbilder, der rockt

Wenn’s richtig vibriert, ihm der Wind um die Nase weht und die Welt an ihm vorbeifliegt, ist Dirk ganz in seinem Element: Rock’n Roll in der Rhön. Dass er nach dem Cruisen bei seiner alten Softtail Harley Davidson erst einmal die eine oder andere Schraube nachziehen muss, stört ihn nicht weiter. Im Gegenteil. Dirk ist ein Schrauber aus Leidenschaft. „Es gibt wohl kaum ein Teil bei meiner Maschine, das ich in den letzten 12 Jahren nicht angefasst hätte“, sagt er. „Weil’s Spaß macht.“ Und weil er zutiefst davon überzeugt ist, dass beim Motorradfahren Hubraum durch nichts zu ersetzen ist „außer durch mehr Hubraum“, hat seine 1.340 Kubik-Harley gleich mal zu einer 2-Liter-Maschine gemacht. Damit cruist er, so oft es geht, über die Panaroma-Routen der Rhön. Bei schönem Wetter, am liebsten im fünften Gang und in aller Gemütsruhe.

Immer Vollgas

Dirk liebt es nicht nur bei seinem Bike, technischen Dingen auf den Grund zu gehen. Und zwar solange, bis er alles wirklich bis ins letzte Detail versteht. Das hatte ihn vor bald 38 Jahren zu EDAG gebracht, wo er eine Ausbildung zum Technischen Zeichner begann. „Mit weniger als 100 Mitarbeitern war das damals noch alles sehr überschaubar und familiär“, erinnert er sich. „Familiär sogar im doppelten Sinne“, fügt er hinzu, „entfernter Verwandter Horst Eckart hatte das Unternehmen gegründet.“ Nicht dass er wegen der verwandtschaftlichen Beziehung eine etwas „ruhigere Kugel“ hätte schieben können. Im Gegenteil. „Wir haben alle richtig viel gearbeitet. Unsere Termine konnten wir immer einhalten. Wenn’s sein musste auch mal mit Nachtschichten“, sagt er. Dabei klingt ein bisschen Stolz mit. „Und wie wir gearbeitet haben, so haben wir dann aber auch gefeiert. Immer mit Vollgas“, fügt er lachend hinzu.

Die Neugier und die Lust am aktiven Gestalten und Schaffen, hat Dirk von seiner Arbeit am Reißbrett später in die Wissens- und Erfahrungsvermittlung für die Auszubildenden übertragen. Bei EDAG PS gehörte er zu den ersten, die ein eigenes Ausbildungskonzept für das Unternehmen entwarfen und dies im Unterricht und Azubi-Coaching umsetzten. Es ging um Konstruktionslehre, Technische Kommunikation und alle Fertigkeiten rund ums CAD-Konstruieren.

Von 6 auf 152

„Mit sechs Azubis hat es damals bei der EDAG PS begonnen, heute sind es 152 Auszubildende und dual Studierende. Es begeistert mich zu sehen, wie sich die jungen Leute entwickeln und was aus ihnen wird“, sagt der Ausbilder. Es gebe dabei immer die „Selbstläufer“, die ihre Ausbildung mit großer Leichtigkeit absolvierten, andere hingegen bräuchten etwas Unterstützung. „Wenn jemand die Ausbildung abbricht, berührt mich das persönlich“, sagt Dirk mit einem Augenzwinkern. Ein gutes, vertrauensvolles Verhältnis zu seinen Azubis und Studierenden ist ihm ein echtes Herzensanliegen. „Dass auf dem Ausbildungsweg nicht allen alles in den Schoß fällt, ist doch logisch. Da unterstütze ich gerne, wo ich kann. Ich bin schließlich selbst mal jung gewesen, war nie ein Streber und kenne all die Höhen und Tiefen auf einem Ausbildungsweg.“

Deswegen kommt es für ihn auch überhaupt nicht infrage, als Oberlehrer und Besserwisser in Erscheinung zu treten. „Mir ist der persönliche Kontakt wichtig. Ich setze Vertrauen in meine Azubis und Studenten und umgekehrt können sie sich auf mich verlassen und sich mir anvertrauen, wenn die Dinge einmal nicht so laufen, wie geplant.“ Das sei wie in einer Familie, erklärt der Vater von zwei erwachsenen Kindern.

Stolz an der Wall of Fame

Im Erdgeschoss des EDAG-Schulungs- und Seminargebäudes ist die Wand im langen Flur gepflastert mit Auszeichnungen. Die IHK, Hochschulen und andere Bildungsinstitutionen attestieren an dieser Wall of Fame den EDAG-Absolventen Top-Leistungen. „Das freut mich sehr und macht uns alle hier ein bisschen stolz“, sagt Dirk. Das heiße aber nicht, dass hier nur die absoluten Überflieger gefragt seien. „Ich freue mich über jeden, der die Abschlussprüfung mit ‚gut’ abschließt. Dann haben wir schon alles erreicht. Wenn’s dann ein ‚sehr gut’ mit Auszeichnung wird, umso besser. Da hat keiner was dagegen.“

Nur nicht überfluten lassen

„Wir haben einen super Nachwuchs, der motiviert ist, lernen will und Lust auf das Mitgestalten der Zukunft hat.“ Die Generation Z, also die um die Jahrtausendwende geborenen jungen Erwachsenen von heute, stünde allerdings auch vor ganz anderen Herausforderungen als vorangegangene Generationen. „Unsere Azubis sind mit dem Internet, mit Smartphone, Vernetzung und der permanenten Online-Verfügbarkeit nicht nur ihrer Community, sondern auch des ganzen Wissens der Welt groß geworden. Es ist ein Riesenvorteil, die Digitalisierung gewissermaßen mit der Muttermilch aufgesogen zu haben. Andererseits gehen die Digital Natives in der ganzen Flut an Informationen förmlich unter“, stellt Dirk fest.

Auf die Basics kommt es an

Es reiche beispielsweise nicht aus, dass die Generation Z sehr genau Bescheid wisse, wie sie neueste Erkenntnisse schnell mal „googlen“ oder sich über ein Youtube-Tutorial schlau machen könne. „Ein paar grundlegende Dinge musst du einfach intus haben: Mathematische Grundkenntnisse wie Kopfrechnen oder einen Dreisatz, Sicherheit im Umgang mit der deutschen Sprache oder gute Manieren und einen achtsamen und wertschätzenden Umgang mit Menschen in der eigenen Umgebung“, sagt Dirk. Dass am Gymnasium jetzt teilweise wieder das G9 an die Stelle des G8 rücke, ginge dabei in die richtige Richtung.

Er wundere sich über manche „durchaus vermeidbare Fehlentwicklung“ im Bildungssystem, schaue aber weiter optimistisch auf seine Schützlinge. Im vergangenen September habe EDAG PS für ein Wochenende alle seine neuen Azubis und Studierenden zu einem „Education Tuning“ nach Fulda geholt. In der Jugendherberge Gersfeld gab es Gelegenheit zum gegenseitigen Kennenlernen und zum lockeren Gespräch mit dem Geschäftsführer der EDAG PS. „Das kam super bei den Teilnehmern an“, sagt Dirk. Am Abend hätte er eigentlich erwartet, dass sich alle mit ihren Handys zurückziehen und die Lage im Netz checken. „Die haben Gesellschaftsspiele ausgepackt und bis weit nach Mitternacht höchsten Spaß miteinander gehabt. Ganz analog“, berichtet der Ausbilder. „Ich bin absolut sicher, dass unsere Auszubildenden noch für ganz andere Überraschungen gut sind. Um ihre Zukunft ist mir nicht bange.“

Wollen auch Sie in die unterstützende Bereiche bei EDAG einsteigen? Klicken Sie jetzt durch unsere Stellenanzeigen oder nehmen Sie für weitere Informationen direkt Kontakt mit uns auf.

Esmail

Data Scientist

Der Ringer in der Big-Data-Arena

Bei EDAG: seit 2017

Der Ringer in der Big-Data-Arena

Esmaeil ist die Ruhe selbst. Ein netter Zeitgenosse. Zurückhaltend und ausgesprochen höflich. Kaum vorstellbar, dass er einen jederzeit mit ein paar blitzartigen Hand- und Fußbewegungen aufs Kreuz legen könnte. Esmaeil ist in Kermānschāh groß geworden, einer Millionenstadt im Nordwesten des Iran, wo mit die besten Ringer der Welt herkommen. „Zehn Jahre habe ich Griechisch-Römisch trainiert, Seite an Seite mit ganz Großen dieses Sports“, sagt Esmaeil. „Aber das ist lange her.“ Mindestens genauso wichtig wie der Kampf Mann gegen Mann auf der Matte sei ihm schon immer das Ringen mit den Zahlen und Algorithmen gewesen.

Von der Bank in den Hörsaal

In Kermanshah und Teheran studierte Esmaeil Software Engineering und machte 2005 seinen Abschluss als Master of IT-Engineering. Elf Jahre arbeitete er danach in einer Bank, bis er sich 2016 entschied, akademisch weiterzumachen und in Deutschland zu promovieren. Ausgestattet mit einer Blue Card zog er mit Frau und Kind nach Nordrhein-Westfalen, um an der Uni Siegen, einer interdisziplinär ausgerichteten Forschungsuniversität, seine Doktorarbeit zu schreiben. „Endlich wieder eine neue, große Herausforderung“, freute er sich.

„Doch die Arbeit ist ein bisschen ins Stocken geraten, seit ich 2017 bei EDAG PS angefangen habe“, sagt er und scheint darüber aber nicht wirklich unglücklich zu sein. „Ich bin ein echter Autofan und will nicht nur im stillen Kämmerlein vor mich hinforschen, sondern auch praktisch für die Industrie arbeiten und im Team neue Ideen verwirklichen“, beschreibt er sein Dilemma. Umso mehr freue er sich, dass sein Professor ihm großes Verständnis entgegenbracht und signalisiert hätte, dass ihm der akademische Weg weiter offenstehe. Auch nebenberuflich.

Ein Schreck namens München

Als er sich bei EDAG bewarb, hatte er insgeheim damit gerechnet, nach Fulda zu kommen. Das war nicht so weit weg von seiner Doktorarbeit in Siegen und schien ihm zudem auch übersichtlich genug, um dort schnell mit der Familie heimisch zu werden. „Als es dann aber hieß, ich solle nicht in Fulda, sondern gleich als Data Scientist bei EDAG PS in Garching bei München anfangen, ist mir dann doch ein bisschen blümerant geworden. München klang irgendwie für mich zu groß, zu teuer und zu weit weg.“ Doch das habe sich nicht bewahrheitet. „Zum Glück“, freut er sich.

„Im Production IT-Department von EDAG-PS schauen wir nur nach vorn und halten den Fuß immer auf dem Gaspedal“, stellt Esmaeil fest. Besonders fasziniere ihn, über Datenverarbeitung die Automatisierung in der Produktion und in den Prozessen weiterzuentwickeln. „Darin steckt viel Potenzial für die Zukunft“, ist er überzeugt.

Perfektionistenweisheit: wenn schon, dann richtig

Leicht macht er es sich deswegen aber nicht. Denn Esmaeil ist Perfektionist. „Wenn ich etwas mache, dann richtig“, sagt er. Deswegen spiele er auch nicht mehr wie früher die Tanbur, die im Orient verbreitete Langhalslaute. „Dazu müsste ich einfach viel mehr Zeit zum Üben haben. Und Mitspieler habe ich gerade auch nicht.“

Seinen ganzen Ehrgeiz steckt er da schon lieber in seine Arbeit. Als Data Scientist in der automotive Technologieentwicklung sieht er sich vor großen Herausforderungen. Im Zeitalter der Digitalisierung und computergesteuerter Produktionen und Prozesse ändere sich alle sechs Monate fast alles. „Wir sind deswegen in der IT permanent gefordert, uns immer auf den neuesten Stand zu bringen und unsere Systeme und Ressourcen zu checken. Das ist wie im Ringkampf. Du musst immer hellwach und reaktionsschnell sein. Wer schläft, hat schon verloren.“

Wer schläft verliert

Die Regel sei für Data Scientists dabei ganz einfach: Was du noch nicht weißt, musst du so schnell wie möglich lernen. „Dieses ‚Naturgesetz’ der digitalen Transformation ist überlebenswichtig.“ Der Sportler in ihm finde diese Herausforderung super. „Wir sind hier in Garching ein tolles Team, bei dem Software-Entwickler und Data Scientists Hand in Hand mit Ingenieuren und Technikern zusammenarbeiten. „Alles ist immer interdisziplinär mit Blick über den eigenen Tellerrand.“ Darin sieht er auch die große Stärke bei EDAG. „Wir haben alle Skills im eigenen Haus oder in den verschiedenen Firmenteilen. Deswegen können wir auch unheimlich schnell und umsetzungsstark agieren.“

Auf diese Weise parallel an unterschiedlichen Projekten zu arbeiten, ist für Esmaeil kein Problem. „Im Gegenteil. Ich mag das sehr.“ Deswegen beteiligt er sich in seiner Freizeit gerne auch einmal an Hackathons. Dazu laden Firmen der unterschiedlichsten Branchen jeweils 100 und mehr IT-Spezialisten aus allen Himmelsrichtungen ein, gemeinsam in einem spielerischen Design-Sprint-Event unter hohem Zeitdruck in 48 Stunden kollaborativ eine Software- oder Hardware-Lösung für ein Problem zu finden. Viermal hat Esmaeil schon bei einem Hackathon mitgemacht und mit einem EDAG Team zweimal Platz eins und einmal Platz drei belegt.

Da war doch noch was

Nur in einem Wettkampf, das weiß der Perfektionist, müsste er eigentlich noch mehr trainieren. Das werde ihm zuhause immer wieder vor Augen geführt. „Meine Tochter spricht drei Sprachen, Kurdisch, Persisch und Deutsch. Alle perfekt. Und gerne auch mal alle durcheinander“, sagt Esmaeil. Das erinnere ihn immer wieder daran, dass er seine eigenen Deutschkenntnisse eigentlich noch weiter aufpolieren müsste. Allerdings fehle ihm dazu etwas der Leidensdruck, weil in der IT-Szene ohnehin meist nur in Englisch kommuniziert würde. Doch ein Problem zu lösen, indem er ihm aus dem Weg geht, kommt für den ehrgeizigen Esmaeil dann doch nicht infrage. „Ich bin beim Goethe-Institut für den Sprachkurs eingeschrieben. Auch wenn die verflixte Grammatik wirklich schwer ist. Das schaffe ich schon.“ Na klar. Für Esmaeil, den Ringer, gilt auch bei den alltäglichen Herausforderungen des Lebens: Angriff ist die beste Verteidigung.

Wir wollen von Ihren Erfahrungen lernen, genauso wie Ihre IT-Karriere weiter fördern. Klicken Sie jetzt durch unsere Stellenanzeigen oder nehmen Sie für weitere Informationen direkt Kontakt mit uns auf.

Filip

Abteilung Motorrad

Der Superbiker

Bei EDAG: seit 2017

Der Superbiker

Es war sein großes Vorbild, das ihn schon früh auf die Überholspur gebracht hatte. Filips Vater Richard hatte es in seinen jungen Jahren selbst immer eilig gehabt, war aktiver Radrennfahrer und Skilangläufer. Nicht so einer von der gemütlichen Art, sondern ein waschechter Doppelweltmeister bei den „Masters“ über 15 Kilometer klassisch und in der Staffel. Und zudem noch Europameister auf Rollski, die er selbst gebaut hatte.

Der kleine Filip wurde in Raubling im Landkreis Rosenheim im elterlichen Sportgeschäft groß. Kein Wunder, dass da der eigene sportliche Traum auf einen geradezu idealen Nährboden traf. „Mit 12 habe ich mir von meinem Ersparten eine 125er-Enduro gekauft und bin damit heimlich auf einer nahegelegenen Panzerwiese rumgesaust“, erinnert er sich. Als er dann mit 16 endlich den Führerschein machen konnte, meinte der Fahrlehrer zu seinem Vater: „Der Bua gehört auf die Rennstrecke.“

Der Fahrlehrer sollte recht behalten

Da hatte der Fahrerlehrer offenkundig ein gutes Gespür gehabt. Auch wenn sich Filip bereits als alpiner Skirennläufer, BMX Racer, Skilangläufer- und Radsportler erfolgreich ausprobieren konnte, habe er doch immer vom Motorradrennfahren geträumt. „Über meine Ausbildung zum Zweiradmechaniker bin ich immer tiefer in die Motorradwelt eingetaucht. Das hat mich nicht mehr losgelassen“, erklärt Filip.

Das habe auch der Vater gespürt. Er meldete den „Bua“ kurzerhand zu einer Sichtung bei RedBull an. „Da saß ich zum ersten Mal auf einem Straßenmotorrad. Ein super Gefühl“, sagt Filip. Und startete durch. Von den etwa 700 Teilnehmern seien etwa 15 genommen worden, die dann im RedBull Rookies Cup des ADAC starten durften. „Das war für mich das Allergrößte, auch wenn’s mich gleich beim ersten Rennen gescheit hingehauen hatte und mir der Schädel nach einer Gehirnerschütterung ordentlich brummte.“ Doch das war ihm egal. Nach einem Jahr war er zweitbester Neueinsteiger in dieser Rennserie.

Nur Mutter machte sich Sorgen

Vater Richard war begeistert, seine Mutter hingegen deutlich weniger euphorisch: „Es gibt doch so schöne Dinge die du in deiner Freizeit tun kannst: ein bisschen Sport, Kochen oder Musikmachen“, habe sie gemeint. Aber am Ende hätte sie dann doch seine Entscheidung fürs Motorradfahren zwar nicht befürwortet, aber doch akzeptiert.

Dass Rennfahren immer auch gefährlich ist, weiß Filip. „Ich kann die Risiken aber sehr gut einschätzen und kenne meine Grenzen.“ Seine bislang schwerste Verletzung, einen Oberschenkelhalsbruch, habe er sich deswegen 2016 nicht auf der Rennstrecke, sondern beim BMX-Fahren zugezogen. „Dumm gelaufen“, sagt er und zuckt mit den Schultern. In der Folge habe er eine künstliche Hüfte bekommen, könne damit aber wieder ohne Einschränkungen Motorradfahren.

Mit Vollgas auf der Siegerstraße

Seine Rennsport-Karriere führte Filip so über den YAMAHA Cup, wo er auf einer R6 2008 die Gesamtwertung gewann, bis in die 1000er-Superbike-Klasse, in der er mit seinem BMW-Team GERT 56 antrat. Die Erfolge ließen nicht auf sich warten: Sieg beim Deutschen Meisterschaftslauf 2011 mit Streckenrekord am Salzburgring oder der Klassensieg in der Open Kategorie beim 24-Stunden-Rennen in Le Mans.

Neben den Rennen hat Filip immer auch in seinem Beruf Vollgas gegeben. Unter anderem auf der Meisterschule für Motorrad- und Fahrradmechaniker. „Das macht man neben dem Rennsport nicht mal eben mit links“, hätten ihn Freunde gewarnt. „I scho“, habe Filip ihnen geantwortet. „I bin Linkshänder.“ Den Meisterbrief hat er längst in der Tasche.

Erfahrung, die wie gerufen kommt

In seiner Superbike-Zeit hatte Filip Marc kennengelernt. Dieser leitet seit 2012 das stetig wachsende Entwicklerteam, das sich bei EDAG um das Thema Motorrad kümmert. Da kamen ihm 2017 die ganze Erfahrung und das technischen Know-how von Filip wie gerufen. Gerade wenn es um neueste Entwicklungen für BMW geht.

„Wir arbeiten zur Zeit mit Hochdruck an Bremsen und Regelsystemen“, berichtet Filip. Das heißt für den Racer neben der Arbeit im Office und in den Entwicklungslabors vor allem viel aktives Testen: „Wir wollen auf den Teststrecken herausfinden, wie es um das ABS und das Traktionsverhalten auf unterschiedlichen Untergründen bestellt ist. Es geht schließlich um die Sicherheit und Robustheit unserer Systeme.“

Ein Coach, der aufs WM-Podest rast

Eigentlich hatte Filip schon mit seiner aktiven Rennkarriere abgeschlossen. An der Strecke wollte er nur noch als Riding Coach unterwegs sein. Mit dem German Endurance Racing Team ging er so zuletzt bei der Langstrecken-Weltmeisterschaft in der Superstock-Wertung an den Start. Doch dann verletzte sich mitten im Rennen einer der drei Fahrer an der Hand. Filip musste einspringen und fuhr das Team prompt aufs Podest. „Langstreckensport ist Mannschaftssport“, sagt Filip. „Da geht es nicht nur darum, den Fahrer anzuhimmeln und nach acht Stunden gemütlich nach Hause zu gehen. Im Team muss man bei einem 24-Stunden-Rennen einfach durchziehen. Dabei sind alle gleich wichtig bis hin zum Koch. Und wenn ich fit bin, dann fahre ich eben auch. Es geht schließlich um unser aller Erfolg.“ Dies sei für Filip allerdings alles andere als eine Zumutung, „sondern purer Genuss“.

Feiern Sie mit Filip und dem EDAG-Team Ihre Erfolge in der Motorradentwicklung. Klicken Sie jetzt durch unsere Stellenanzeigen oder nehmen Sie für weitere Informationen direkt Kontakt mit uns auf.

Carolin

Fachexpertin für virtuelle Produktabsicherung in der Karosseriebauplanung

Die Globetrotterin und der gute Rat von Galilei

Bei EDAG PS: seit 2005

Die Globetrotterin und der gute Rat von Galilei

„Die Neugier steht immer an erster Stelle des Problems, das gelöst werden will“, hatte schon der italienische Mathematiker, Philosoph und Physiker Galileo Galilei erkannt. Das hilft auch, wenn das Problem „Fernweh“ heißt. Carolins Lösung für diesen Fall könnte ganz nach dem Geschmack von Galilei sein: Neugier auf das Unbekannte und die Begegnung mit Menschen und Kultur, Rucksack packen und los geht’s. Etwa so, wie sie sich vor einigen Jahren zwischen zwei Projekten auf den Weg nach Neuseeland gemacht hatte, durch Kauri-Wälder streifte, Vulkane bestieg und mit dem Kayak den Milford-Sound erkundete. Alles allein und auf eigene Faust. „Man trifft doch immer andere Backpacker. Da wird es einem nie langweilig“, stellt sie vergnügt fest.

Dass Langeweile und Carolin zusammenfinden, erscheint ohnehin schwer vorstellbar. Auf damals weithin unbekanntes Terrain führte sie schon 2005 das duale Studium, das sie bei EDAG PS gemacht hatte: Virtual Engineering. „Das war für mich die perfekte Mischung von technischem Anspruch und Kreativität“, sagt Carolin. Nicht gerade eine klassische Domäne für Frauen. Aber davon wollte sie sich nicht abschrecken lassen. „Ich habe mich einfach schon immer sehr für Mathe und Naturwissenschaften interessiert.“

Die fertige Fabrik im Rechner

Besonders fesselnd findet sie Simulationen, zum Beispiel um damit schon vor der Realisierung komplette Fertigungsanlagen in einem CAD-System aufzubauen und die dort geplanten Abläufe bis ins letzte Detail zu überprüfen. „Mit Simulationssystemen, wie zum Beispiel Process Simulate von Tecnomatix oder Delmia von Dassault Systemes, positioniere ich das Equipment und kläre ab, ob die Roboter mit den Zangen oder Greifern oder anderen Tools alles erreichen, was sie erreichen sollen“, berichtet Carolin. Auf diese Weise würden selbst komplexe Anlagenkonzepte bereits in ihrer Entwicklungsphase einen immer höheren Reifegrad erreichen.

Carolin greift dazu nicht nur ein breites Fachwissen über Robotik, Fügetechniken und Anlagenprozesse zurück, sondern profitiert auch von ihrer ausgeprägten Vorstellungskraft, gepaart mit räumlichem Denken. „Bevor ich es im System teste, habe ich meist schon ein klares Bild davon im Kopf, wie ein Bauteil später einmal aussehen muss, damit es produziert werden kann So komme ich schneller zum Ziel.“

Spaziergang durch die Traumfabrik

„Die Abstimmung zwischen Robotik, Planung und 3D-Konstruktion, sowie Elektrik und virtueller Inbetriebnahme in der Simulation ist essentiell, damit die Anlage später wie geplant funktioniert. „Virtuell durch eine Fabrik, die nur im CAD existiert, zu spazieren und dort zu überprüfen, ob auch alles so funktioniert, wie wir uns das ausgedacht haben, macht Sinn und viel Spaß“, sagt Carolin.

Dabei immer wieder aus festgefahrenen Mustern und Standards herauszukommen und neue Themen kreativ zu entwickeln, komme ihrer Entdeckernatur sehr entgegen.
„Ich denke lieber in Möglichkeiten als in Begrenzungen. Rumspinnen ist da nicht nur erlaubt, sondern notwendig“, sagt sie. Der Vorteil am Virtual Engineering sei, dass die Entwickler auch einmal Dinge digital ausprobieren könnten, ohne dafür großen Kostenaufwand und Ressourceneinsatz in Kauf nehmen zu müssen.

Das Wir gewinnt

„In Production Solutions arbeiten wir ganz eng mit unterschiedlichsten Abteilungen und Kompetenzen zusammen: mit Produktentwicklern, Sicherheitsingenieuren, Elektrik, Konstrukteuren, aber auch mit den Kollegen, die später unsere geplante Anlage aufbauen und in Betrieb nehmen müssen“, erklärt Carolin. „Da die Anlage auch gewartet werden muss, spielt auch dies natürlich schon in der Planung und Simulation eine wichtige Rolle. Hierzu kommt der Input von unseren Kunden.“

Mit ihrem Team hat Carolin dazu nicht nur die Details, sondern immer auch das große Ganze im Blick: von der ersten Idee über das Engineering bis hin zur Realisierung und zum Aufbau des Roboters oder gleich der Anlage in der Fertigungsstätte. So unterstützt sie die Produktentwicklung und kann – falls erforderlich – in der Abstimmung des Produkts auf die Anlage jederzeit steuernd oder korrigierend eingreifen.

Und immer wieder aufschlauen

In der sich immer schneller drehenden digitalen Welt muss sich Carolin auch noch selbst immer up-to-date halten. „Ich tausche mich dazu sehr intensiv mit Robotik- und Automatisierungskollegen über neue Themen aus und studiere Fachvorträge“, erklärt sie ihr persönliches Fortbildungsprogramm.

Carolin ist dabei übrigens alles andere als ein IT-Nerd, dessen einziges Glück im Rechner steckt. Sport ist ihr mindestens genauso wichtig wie das Tüfteln am Computer. Mit Vier hat sie mit dem Schwimmen begonnen und zieht noch heute zwei- bis dreimal die Woche ihre Zwei-Kilometer-Bahnen. Sie spielt Volleyball in ihrem „Mädelsteam“ und hat vor einem halben Jahr auch noch Yoga für sich entdeckt, die dynamische Hatha-Flow-Variante. „Das ist wunderbar zum abschalten und sich fokussieren“, freut sie sich.

Das Fernweh arbeitet mit

Ihre Reise- und Entdeckerlust kommt ihr auch im Job entgegen. Im vergangenen Jahr war Carolin für ein Vierteljahr in Mexiko, wo sie sich um die Qualitätssicherung und Taktzeitoptimierung in einer von EDAG PS betreuten Anlage kümmerte. „Wir waren da mit einem multikulturellen Team aus der ganzen Welt am Start. Das war super“, berichtet Carolin. Und an den Wochenenden habe es immer auch Zeit gegeben, das Land zu erkunden. Jetzt geht es nach China. Hier unterstützt sie einen chinesischen Anlagenbauer bei den Engineeringabnahmen für eine Anlage in Südafrika. „Jeder Tag wird da zum Erlebnis“, sagt sie. Da treffen sie sich wieder: die Neugier und das Fernweh. Galileo Galilei hätte vermutlich seine Freude daran.

Werden Sie Teil des EDAG-Teams, Teil eines Experten-Teams in der Planung und Optimierung von Produktionsstätten und -prozessen. Klicken Sie jetzt durch unsere Stellenanzeigen oder nehmen Sie für weitere Informationen direkt Kontakt mit uns auf.

Niyet

Auszubildende zur KFZ-Mechatronikerin

Punkerin im Blaumann

Bei EDAG: in Fulda seit 2016

Punkerin im Blaumann

Ach wie niedlich: die Kindertanzgruppe Sonnenschein… Das klingt nach adretten Kleinen mit Zöpfchen und artigem Seitenscheitel, mit kariertem Röckchen und weißem Hemd, die zu Omas 90sten im Altenheim zu Blockflöte und Geigenklang eine herzallerliebste Aufführung zum Besten geben. Und dann das: Punk, knallhart, rotzig, ein Aufschrei gegen die Konventionen, mit Dezibel jenseits der Schmerzgrenze. Am Bass der Fuldaer Band: Niyet. 19 Jahre. Eine zarte, fast zerbrechliche wirkende Person. Wäre da nicht dieser funkelnde, überaus wache Blick und ihre wie elektrisiert gegen jede ankämmende Ordnung rebellierenden Haare. Und wäre da nicht ihr Bass, mit dem sie von der Bühne aus die aufgeladene Luft wummern lässt. Gnadenlos. Markerschütternd. „Ich mag’s einfach extrem“, sagt Niyet mit einem breiten Grinsen.

Und vor allem mag Niyet anpacken. Nach einem Schülerpraktikum in einer Autowerkstatt war klar geworden, dass sie nach der Realschule eine Ausbildung zur KFZ-Mechatronikerin machen wollte. „Das war die beste Erfahrung in meiner Schulzeit“, stellte sie fest. Dass sie als Mädchen in einem von Männern dominierten Beruf anfangen würde, bereitete ihr kein Kopfzerbrechen. „Das schaffe ich“, war sie gleich überzeugt. Auf ihre Bewerbungen habe sie anfangs – trotz des verbreiteten Azubi-Mangels – nur Absagen bekommen. Etwa mit der Begründung, dass der Betrieb keine Damenumkleiden und eigene Damentoiletten habe. „Irgendwann habe ich dann eine Mitarbeiterin getroffen, die bei EDAG arbeitete. Sie sagte, bewirb dich doch bei uns. Wir suchen immer Frauen. So bin ich in Fulda in der Ausbildungswerkstatt gelandet“, freut sich Niyet.

(Nicht) Allein unter Jungs

Heute ist sie das erste und einzige Mädchen im Ausbildungsgang zur KFZ-Mechatronikerin. „Unser Chef, der Klaus, hat mich immer sehr ermutigt und unterstützt“, sagt Niyet. Dass sie in der Jungs-Werkstatt fremdeln könnte, darüber hätte sich ihr Ausbilder keine Sorgen machen müssen. „Ich habe eine große Klappe und kann mich schon ganz gut behaupten.“

Sie habe es aber auch toll gefunden, dass ihr bei ihrem Einstieg in die Ausbildung viel Aufmerksamkeit und Wertschätzung entgegengebracht worden sei: „Für mich wurden einige Arbeitsklamotten in Damengröße besorgt und ich bekam eine echt nette Kollegin als Ansprechpartnerin und Vertrauensperson zugewiesen“, berichtet Niyet. Irgendwann habe sie auch einmal Dr. Lutz Helmig, den Mehrheitsaktionär von EDAG, getroffen, als dieser einen Firmenbesuch machte und ein Gruppenfoto ihrer Abteilung überreicht bekam. „Er hat mich bestärkt, meinen Weg in den handwerklich-technischen Beruf weiterzugehen. Er wolle, dass hier mehr Frauen arbeiten und das Unternehmen weiterbringen.“

Am liebsten zuhause und unter Strom

Ursprünglich hatte Niyet damit geliebäugelt, direkt bei einem Automobilhersteller in die Ausbildung zu gehen. „Doch dann kam EDAG dazwischen. Ein echter Glücksfall. Denn ich konnte in meiner Heimatstadt Fulda bleiben und kann hier nun ein viel breiteres und viel abwechslungsreicheres Spektrum der Fahrzeugtechnologieentwicklung erleben.“ Besonders habe sie auf ihren verschiedenen Ausbildungsstationen die Elektrik und Elektronik fasziniert. „Stromlaufpläne zu erstellen, Fahrzeuge mit Kabelbäumen und Sensoren zu bestücken hat mir richtig viel Spaß gemacht“, berichtet sie. „Überhaupt stehen wir hier alle immer in einem ganz intensiven Austausch, ich kann immer bei den Gesellen nachfragen, wenn ich etwas nicht verstehe, die freuen sich und erklären mir dann alles.“

Niyet will immer alles ganz genau wissen. „Um zu verstehen, wie ein Motor funktioniert, dürfen wir mehrere Übungsmotoren mal auseinander und wieder zusammenschrauben, natürlich auch viele weitere Teile im KFZ. Das macht es für uns sehr viel verständlicher“, sagt sie. Dass sie dabei nicht in einer klassischen Autowerkstatt, sondern bei einem Technologieentwickler arbeite, macht für sie die Ausbildung noch attraktiver. „Wir reparieren hier nicht irgendwelche kaputten Kundenautos, sondern machen Umbauten von Neuwagen, arbeiten mit Prototypen und Technikträgern. Da baust du immer gleich auch ein bisschen an der Zukunft mit.“

Ja Leute, das glaubt ihr jetzt nicht!

Dass andere aus ihrem Alters- und Freundeskreis weiter zur Schule gehen und vielleicht sogar bereits ein Studium anpeilen, während sie schon mit Haut und Haaren in die Arbeitswelt eingetaucht ist, lässt Niyet kalt. „Ich habe mir das doch selbst ausgesucht. Ich lerne jeden Tag was neues, das kann mir niemand mehr nehmen“, erklärt sie und fügt hinzu: „Ich bin jung, die ganze Welt steht mir offen.“

Dass sie eine „große Klappe“ hat, sagt Niyet öfter. Müsste sie eigentlich nicht. Denn das ist nun wirklich nicht zu überhören und schon gar nicht unsympathisch. Sie kommt gut an bei EDAG, ist auch noch Vorsitzende in der Jugendvertretung, spielt neben der Kindertanzgruppe Sonnenschein noch in einer weiteren Rock-Band, macht Sport und ist viel Unterwegs – was halt Teenager so machen. Nur eben alles gleichzeitig. „Ich kann einfach nicht stillsitzen“, bekennt sie.

Lampenfieber

Da möchte man ihr kaum glauben, dass dann ihre größte Sorge ausgerechnet das Lampenfieber bei einem Auftritt vor einer größeren Gruppe ist. „Da bin ich immer ziemlich aufgeregt und mir zittern die Knie. Dann denke ich mir: Das sind doch auch nur Menschen da vorne. Das macht es nur halb so schlimm, wenn ich mal stottere oder was Falsches sage. Sobald ich das überwunden habe, ist das Lampenfieber schon weg.“ Das Leben kann so einfach sein. Mit etwas Sonnenschein im Herzen.

Tauchen Sie ein in die Berufswelt, mit einer Ausbildung bei EDAG. Klicken Sie jetzt durch unsere Stellenanzeigen oder nehmen Sie für weitere Informationen direkt Kontakt mit uns auf.

Bill

Team- und Projektleiter

Der Mittelstürmer

Bei EDAG PS: in Garching seit 2010

Der Mittelstürmer

„Sportler zu sein, das ist mehr, als nur gewisse körperliche Fähigkeiten zu haben. Sport passiert im Kopf.“ Beim SV Prittriching, dem Sportverein der 2.500-Seelen-Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Landsberg am Lech, sind die Weichen klargestellt. Hier ist Bill seit einem Jahr zuhause und kickt hin und wieder in der Altherren-Fußballmannschaft des SVP. Die Kicker haben die Vereinsphilosophie ganz im Sinne ihres Mittelstürmers auf den Punkt gebracht: „Das Runde muss ins Eckige.“

Bill liebt den Sport. Das Kicken genauso wie das Dribbeln und Korblegen im Basketball-Court. „Da kann ich abschalten und Energie tanken.“ Allerdings fehlt dem Team- und Projektleiter von EDAG PS für regelmäßiges Trainieren zunehmend die Zeit. Sich bewegen und auspowern gefällt nämlich auch seiner sechsjährigen Tochter ausgesprochen gut. „Die Kleine hält mich richtig auf Trab. Sie hat es nicht so mit Puppen und Spielen im Kinderzimmer. Sie will immer raus und etwas unternehmen“, sagt er und lächelt dabei zufrieden. „Ganz Papas Kind!“

Das Fernweh kam per Flugzeug

Als irgendwann in der Schöpfung Energie und Begeisterungsfähigkeit verteilt wurden, muss Bill mindestens zweimal „Hier!“ gerufen haben. Anders sind sein Werdegang und sein Temperament kaum zu erklären. Der heute 40-Jährige ist mit fünf Geschwistern in Kamerun groß geworden. Der Vater war als Pilot immer in der Weltgeschichte unterwegs und brachte von dort das Fernweh mit nach Hause.

Nach dem Abitur habe Bill deswegen zu einem technischen Studium nach Frankreich gewollt. „Aber mein Großvater, der immer schon deutsche Autos und Maschinen liebte, hatte mir gesagt: Wenn du gute Maschinen bauen willst, dann musst du nach Deutschland gehen. Das habe ich dann auch gemacht.“ Die Qual der Wahl zwischen einem Studium in Maschinenbau oder E-Technik habe er im Jahr 2000 pragmatisch gelöst. „Ich habe mich einfach für den Mittelweg entschieden und Mechatronik studiert“, sagt er.

Der Walkman musste dran glauben

Das Studium an der FH München war für Bill kein Zuckerschlecken. „Ich musste die Sprache lernen und mir dann auch noch das Studium komplett über Jobs und als Werkstudent selbst finanzieren“, berichtet er. Anfangs habe er dabei auch noch mit der mechatronischen Praxis auf Kriegsfuß gestanden, gesteht er. „Da war vieles Neuland für mich. Aber dies hatte dann meinen Ehrgeiz erst recht angefacht.“ Über Videos habe er sich Schritt für Schritt eingearbeitet und viel mit Kommilitonen ausgetauscht. Und dann: „üben, üben und nochmals üben.“ Dabei habe er alles auseinander gebaut, was ihm in die Finger gekommen sei. Einen Walkman aufzuschrauben, komplett zu zerlegen und wieder so zusammenzuschrauben, dass kein Schräubchen übrig bleibt, habe ihn geradezu „elektrisiert“.

Der Opa wusste es schon: Liebe auf den ersten Blick

EDAG und Feynsinn sei 2010 dann für ihn „Liebe auf den ersten Blick“ gewesen: „Die Begegnung mit diesem unabhängigen Technologieentwicklungsunternehmen und so aufregenden Concept-Cars hatte mich gleich an meinen Großvater mit seinem Faible für deutsche Autos erinnert“, berichtet Bill. „Ich habe sofort verstanden, was er damals meinte, als er mir den Technologiestandort Deutschland ans Herz gelegt hatte.“

Und es ging für Bill gleich voll zur Sache. Als Berater für Änderungen, Automatisierung und die Wiederverwendung vorhandener CAD-Modelle unterstützte er Kunden aller Branchen beispielweise in der effektive und effiziente Einsatz CAD-System und –Schnittstellen.

Mit CAD auf der Überholspur

Aktuell ist er als Team- und Projektleiter mit seiner 16-köpfigen Mannschaft beim Nutzfahrzeugherstellers MAN in Karlsfeld am Start, wo sie den Konstrukteuren mit ihrem CAD- und PLM Know-how bei der Entwicklung innovativer Bauteile und Baugruppen zur Seite stehen. „Ich finde es total spannend, mit unserer Expertise etwas Neues voranzutreiben oder etwas bereits Erfolgreiches weiter zu optimieren – und das in einer offenen, freundlichen und immer konstruktiven Atmosphäre mit unseren Partnern“, freut sich Bill.

Dass die Erwartungen der Kunden an ihre Berater und externen Projektteams immer extrem hoch sind, motiviert ihn besonders. „Um maximal agil und schnell auch komplexe Aufgaben bewältigen zu können, müssen wir unser eigenes Know-how immer auf dem neuesten Stand halten und weit über den Tellerrand bestehender Aufgaben hinausblicken“, stellt Bill fest.

Ein bekennender Stillstandsallergiker

Das sei für ihn aber kein unangenehmer Druck. Im Gegenteil. Es mache ihm richtig Spaß, sich ständig weiter zu informieren und mit Kollegen auszutauschen, die in verschiedensten Fachbereichen und teilweise auch in ganz unterschiedlichen Branchen unterwegs seien. „Ich bin einfach ein Stillstands-Allergiker, will immer, dass es vorangeht und dass wir gemeinsam weiterkommen“, erklärt er seine eigene kreative Unruhe.

So klar für Bill seine Roadmap im Job ist, so klar hat er auch seine ganz persönlichen Ziele im Auge. Dazu gehört, irgendwann einmal alle großen europäischen Städte besucht zu haben. „In Deutschland bin ich schon fast durch“, freut er sich. Nun nehme er die Nachbarländer verstärkt ins Visier. Dazu „verschlinge“ er Dokus, Bücher und Blogs über die Kultur und Geschichte der Metropolen. Wenn seine Zeit oder das Töchterlein es zulassen. Entscheidend, das weiß er, ist ohnehin vor allem das, was sich im Kopf abspielt. Dann kommt schon irgendwann zusammen, was zusammengehört.

Erfahren Sie mehr über die EDAG und wie wir gemeinsam mit Ihnen den Weg nach vorne gehen.

Chris

Projektleiter Visualisierung

Der 3D-Bildhauer für die einfachen

wie schwierigen Fälle

Bei Feynsinn: seit 2012

Der 3D-Bildhauer für die einfachen wie schwierigen Fälle

„Autos und Motorräder sind meine große Leidenschaft“, sagt Chris. „Ich bin Schrauber mit Begeisterung“, bekennt er. Deswegen verbringt er gerne einige Zeit mit seinen Kumpels in der eigenen Werkstatt. Ausgestattet mit allem was das Schrauberherz begehrt, sind sie gerade dabei, einen ausgemusterten PS-starken V8 Biturbo Motor wieder aufzubereiten. „Ich habe schon die ein oder andere Erfahrungen mit „learning by doing“ gemacht – aber ‚DAS’ ist selbst für mich eine Herausforderung, eine bei der ich gerne das Know-How von erfahrenen Mechanikern heranziehe“, bekennt er.

Chris ist wissbegierig, er geht den Dingen gerne auf den Grund. „Ich möchte wissen, wie es läuft, scheue es auch nicht, anzupacken und versuche immer das Beste zu erreichen, auch wenn’s mal schwierig ist“.

Aufgeben? – auf keinen Fall

Chris ist in Ingolstadt zu Hause. Mit 16 hatte er sein erstes Motorrad und gleich die passende Werkzeugkiste dazu. Eine Ausbildung zum Zweiradmechaniker nach der Mittleren Reife wäre naheliegend gewesen. Nach einem Praktikum entschied er sich jedoch dagegen. „Das Hobby sollte Hobby bleiben und beruflich war ich viel mehr an der kreativen Welt interessiert“, erklärt Chris.

Nachdem einer seiner Freunde ihm das Jobprofil eines Mediengestalters schmackhaft gemacht hatte, dauerte es nicht lange, bis er die Zusage zur Ausbildung bekam. Allerdings wurde ihm im ersten Ausbildungsbetrieb eine unüberwindbare Hürde in den Weg gelegt: Der Betrieb ging in die Insolvenz. Sein weiterer Berufsweg stand auf dem Prüfstand. Aufgeben kam für Chris aber nicht in Frage.

Im Gegenteil. Er war jetzt erst richtig motiviert. „Ich hatte hineingeschnuppert, welche Möglichkeiten sich im kreativen Bereich auftun und wollte unbedingt mein technisches Interesse mit dem kreativen CGI Bereich (Computer Generated Imagery) verbinden.“

Im Spiel mit Kamera, Licht und Ton

Chris schrieb sich in München an einer privaten Hochschule für das Studium in der digitalen Filmproduktion ein, das er erfolgreich als Bachelor of Arts abschloss. „Mich interessierte alles. Von den Grundlagen einer Medienproduktion bis hin zum Spiel mit Kamera, Licht und Ton“, beschreibt er seine Motivation. „Die Begeisterung hat mich seither nicht mehr losgelassen.“

Den Unterhalt während des Studiums selbst zu verdienen, war für ihn selbstverständlich. Chris jobbte nebenher als Modeberater sowie als Barkeeper in Bars und Clubs in Ingolstadt und Umgebung. Rückblickend stuft er seine Zeit als Barkeeper als ein Stück „Schule des Lebens“ ein. „Auf die Erfahrungen, die ich damals sammeln konnte, greife ich noch heute zurück, wenn es um die Zusammenarbeit im Team ankommt. Menschen mit unterschiedlichsten Charakteren begeistern, ihnen einfach nur mal zuhören oder vermittelnd zur Seite zu stehen. Das hilft mir in meiner heutigen Führungsposition.“

Herausforderung gesucht – und angenommen

Nach seinem Studium war Chris auf der Suche nach einer Herausforderung, bei der er seine Fähigkeiten und Ideen unter Beweis stellen konnte, seine Leistungen für das Unternehmen wichtig sind und einen Eindruck hinterlassen. „Ich war total begeistert davon, was Feynsinn (eine Marke der EDAG) im Bereich Visualisierung macht und welche Möglichkeiten das Unternehmen bietet – für mich die perfekte Kombination, um meine beiden Leidenschaften – Fahrzeuge und die 3D-Welt – zu bündeln.“ 2012 stieg er daher hoch motiviert als 3D-Simulationsentwickler bei EDAG in Ingolstadt ein. „Meine Werkstatterfahrung und gutes technisches Vorstellungsvermögen haben mir sehr geholfen, mich in die Visualisierung anspruchsvoller Kundenprojekte hineinzudenken.“

PEP mit 3D-Tools

„Heute können wir bei Feynsinn und der EDAG Production Solutions den gesamten Produktentstehungsprozess begleiten, mit Software, die wir speziell auf unsere Anforderungen anpassen und gestalten“, erklärt er. „So beschäftigen wir uns zum Beispiel mit der digitalen Fabrik, ermöglichen virtuelle Begehungen künftiger Produktionsstätten und erstellen auf Basis von CAD-Daten Fahrzeugkonfiguratoren, mit denen Endkunden renommierter Automobilhersteller online ihre Fahrzeuge in allen möglichen Ausstattungsvarianten selbst zusammenstellen und mit der neuesten VR-Technik sogar interaktiv erleben können.“

Chris ist mitllerweile seit mehreren Jahren Projektleiter der Visualisierung und unterstützt zudem das Marketing und den Vertrieb. In seinen Projekten arbeiten kreative 3D-Artists und Programmierer Hand in Hand mit Technikern und Ingenieuren. Das ist ihm wichtig. „Wir leben flache Hierarchien und können so agil und innovativ wie ein Start-up arbeiten. Zugleich haben wir mit EDAG, unserem Mutterkonzern, einen starken Rückhalt, der uns Sicherheit bietet.“

Feynsinn habe es geschafft, die Elemente Flexibilität und Kreativität in der Arbeit zu erhalten und ein Umfeld zu schaffen, in dem jeder seine Ideen einbringen könne. „Es macht sehr viel Spaß, mit all den talentierten und begeisterten Kollegen hier zusammenzuarbeiten und zu erleben, dass wir für unsere Kunden einen echten positiven Mehrwert schaffen“, stellt Chris fest.

Der Gaming-Controller in der Lackierpistole

„Es gibt es eine Vielzahl von genialen Projekten, bei denen ich ein Teil des großen Ganzen war – egal ob als Artist oder als Projektleiter. Der VR-Paintshop mit dem Gaming-Controller in der Lackierpistole gehört dabei zu meinen absoluten Favoriten.“ Sein Team habe für die Lackiererausbildung eine Lackierpistole als Gaming Controller umgebaut. Dies eröffne den Azubis ganz neue, bislang ungeahnte Möglichkeiten. In Verbindung mit einer VR-Brille werde der Anwender in eine 360-Grad-Lackierkabine versetzt, in der er Karosserie- und andere Bauteile fachgerecht lackieren könne – mit einem haptischen Feedback, vermittelt durch die Lackierpistole. „Der Lackiershop transportiert einen absolut realistischen Lackierprozess inklusive Qualitätsfeedback und ist doch ‚nur’ virtuell“, erklärt Chris. BMW setze den VR-Shop bereits erfolgreich in seinem Werk in Mexiko ein.

So sehr sich Chris mit seinen Teams für Gaming, Simulationen, Augmented und Virtual Reality begeistert, beim Motorrad- und Autofahren bleibt er doch dem ganz und gar realen Erlebnis treu und lässt auf der Rennstrecke die digitale Welt lieber hinter sich – im Büro.

Wollen auch Sie mit anpacken? Mit Ihrem Team das Beste erreichen? Bewerben Sie sich jetzt für einen Job im Projektmanagement innerhalb der EDAG Group.

Alexandre

Head of Product Development
São Bernardo do Campo, Brasilien

Der schreinernde Formvollender

Bei EDAG: seit 1998

Der schreinernde Formvollender

Für die einen ist es nur ein Stück Holz. Für andere steckt darin eine ganze Welt. So hat das immer schon Alexandre gesehen. Aus Holz mit der Kraft seiner Fantasie und mit viel handwerklichem Geschick Formen und Funktionen entstehen zu lassen, ist für den gelernten Elektrotechniker mehr als nur ein liebgewonnenes Hobby. Es ist ein unverzichtbarer Teil seines Lebens und seines Charakters.

Schon am College bewies er großes Geschick beim Bau von Modellflugzeugen. Mit viel Kreativität, Hingabe und Liebe auch zu den kleinsten technischen Details ließ er kleine Kunstwerke entstehen. Ziemlich außergewöhnlich für einen Elektrotechniker. Das fand auch ein Luftfahrtunternehmen, das ihn in den letzten Zügen seines Studium als Trainee im Design für Flugzeugkabinen einstellte.

Holz als Lehrmeister

„Holz war und ist für mich immer ein super Lehrmeister gewesen“, stellt Alexandre fest. „In der handwerklichen Arbeit konnten sich hervorragend mein räumliches Vorstellungsvermögen und meine Kreativität in der Formgestaltung entwickeln. Das kam mir dann auch bei der CAD-Gestaltung in Entwicklungsprojekten sehr zugute.“

Der Wechsel vom Flugzeugbau zur Automotive-Entwicklung bei EDAG im Jahr 1998 war für Alexandre dann auch kein Problem. Im Gegenteil. „Ich habe im Car-Design angefangen. Wir waren damals ein kleines Büro mit gerade einmal 15 Mitarbeitern und konnten schon für richtig große Kunden arbeiten“, erinnert er sich.

Am Hotspot der Automobilindustrie

Das Büro sei im Laufe der Zeit mit den Aufgaben der auf dem lateinamerikanischen Markt aufstrebenden Kunden gewachsen. „In Großraum von São Paulo ist die Automobilindustrie einer der wichtigsten Player. Hier haben alle großen OEM ihre Standorte. Ein echter Hotspot – und wir sind mittendrin“, freut sich Alexandre. EDAG habe sich in den Boomjahren nach der Jahrtausendwende sehr breit aufgestellt und besonders im Nutzfahrzeuggeschäft bei den Bigshots der Branche, wie zum Beispiel DAF, Iveco, VW und Mercedes, punkten können.

Je vielfältiger und unterschiedlicher sich die Entwicklungsaufgaben für das Unternehmen auf diesem hoch dynamischen Markt entwickelten, desto breiter wurde auch das Arbeits- und Aufgabenspektrum für Alexandre. Das Car-Design und das CAD-Tüfteln an den technischen Details hatte er schon bald hinter sich gelassen. Alexandre wurde für andere Aufgaben gebraucht. Etwa als Projektmanager oder seit 2017 als Leiter der Produktentwicklung.

Reden – zuhören – Lösungen finden

Damit veränderte sich zugleich auch seine Rolle im Team. „Heute geht es für mich mehr darum, den Überblick zu haben, die Kollegen in ihrer Arbeit zu unterstützen und ihnen für ihren Erfolg die besten Voraussetzungen zu schaffen“, sagt er. „Kommunikation ist in meiner Position herausragend wichtig. Ich bin immer weniger mit konstruieren als vielmehr mit reden, zuhören und Lösungen finden beschäftigt. Und das auf ganz vielen unterschiedlichen Projektfeldern gleichzeitig.“ Aber genau das mache mittlerweile für ihn auch den besonderen Reiz seines Jobs aus. „Weil jedes Projekt anders ist, ist auch kein Tag ist wie der andere. Ich muss mich immer wieder neu einlassen und lerne permanent dazu.“

Eine Entwicklung sei dabei ein bisschen wie eine Expedition: „Je größer die Herausforderungen sind, desto enger rückt das Team zusammen. Da schaut dann keiner auf die Uhr, wenn es darum geht, eine optimale Lösung zu finden“, erklärt der Projektleiter.

Gemeinsam durch dick und dünn

Dazu ist ihm ein gegenseitiges Vertrauen besonders wichtig. „Um gemeinsam erfolgreich zu sein, müssen wir uns immer aufeinander verlassen können. Da ist gut zu wissen, dass wir mit unseren Kollegen auf der ganzen Welt eine große EDAG-Familie sind und gemeinsam durch dick und dünn gehen können.“

Die letzten zwei Jahre musste das EDAG-Team in Brasilien auch wirklich besonders eng zusammenrücken. Die Wirtschaft in Brasilien war nach Jahren großen Wachstums 2017 schwer ins Stocken geraten. Sinkende Rohstoffpreise, steigende Verschuldung des Privatsektors und sehr niedrige Produktivität machten der neuntgrößten Volkswirtschaft zu schaffen. Die Arbeitslosigkeit stieg in der Folge von 8,6 auf mittlerweile zwölf Prozent an.

All dies war an EDAG Brasil nicht spurlos vorübergegangen. „Die großen Entwicklungsprojekte der OEM waren in der Krise auf Eis gelegt worden, stattdessen standen das operative Geschäft und das Erledigen der Bestandsaufträge auf der Agenda“, berichtet Alexandre. „Wir sind da alle zusammen mit unseren Kunden durch eine schwierige Zeit gegangen. Das Gute daran: Die Krise hat uns noch mehr zusammengeschweißt.“

Mit Schreinern ins Familienglück

Und wenn’s mal richtig stressig wird, hat Alexandre ja immer auch noch seine kleine Holzwerkstatt zu Hause. „Da kann ich hervorragend entspannen“, freut er sich. Am liebsten baue er Möbel. Zuletzt habe er gemeinsam mit seinen Töchtern deren gesamte Kinderzimmerausstattung geschreinert. „Die Begeisterung meiner Mädels für unser Familienprojekt war phänomenal. Das hatte mich sehr motiviert. Wie in der Arbeit wollte ich dann auch bei der Gestaltung unseres Zuhauses alles zu 100 Prozent richtig machen“, berichtet er. Das Zimmer sei so ein echtes Schmuckstück geworden. Noch wichtiger sei ihm dabei aber, Zeit mit seiner Familie verbracht zu haben. „Das ist für mich das pure Glück. Daraus schöpfe ich viel Kraft und Freude in meinem Leben.“

Mittlerweile habe sich die Lage in Brasilien wieder etwas entspannt, die Zuversicht sei zurückgekehrt in die Wirtschaft und bei EDAG Brasil könne man sich wieder auf die eigentliche Mission besinnen: „Immer vorwärts marschieren und heute schon das Morgen ins Visier nehmen“, freut sich Alexandre. Denn das mache noch immer am meisten Spaß. Neben dem Schreinern.

Xin

Finance Director
Shanghai | China

Zahlenversteherin mit Kampfgeist

Bei EDAG: seit 2011

Zahlenversteherin mit Kampfgeist

Xin ist ein Sturkopf. Ein sehr liebenswürdiger Sturkopf. Wenn sie sich einmal etwas in den Kopf gesetzt hat, marschiert sie vorwärts. Und zwar bis sie ihr Ziel erreicht hat. Das war schon so, als sie noch ein kleines Mädchen war. An einen Tag aus ihrer Kindheit erinnert sich die 33-Jährige bis heute. Mit acht Jahren war sie mit den Großeltern in einem Restaurant. In China steht traditionell auch Hundefleisch auf der Speisekarte. „Als ich aus der Küche das verzweifelte Jaulen eines Hundes hörte, wurde mir schlagartig klar, dass da gerade etwas Schreckliches passierte. Ich weinte und schrie so laut ich konnte, um das Jaulen nicht mehr zu hören.“ Die Großeltern brauchten fortan nicht mehr mit ihrer Enkelin in solche Restaurants gehen.

Ein Hund namens Joghurt

Xin wollte es später mit bloßer Empörung über die gequälte Kreatur nicht bewenden lassen. Sie liebäugelte deswegen lange damit, Tierpflegerin im Zoo zu werden und begann zudem, sich im Tierschutz zu engagieren. Heute setzt sie sich in einer Hilfsorganisation für das Wohlergehen verwahrloster oder bedrohter Hunde und Katzen ein und versucht, diese mit neuen, fürsorglichen Besitzern zusammenzubringen. Klar, dass sie auch selbst einen Hund hat. Einen zweieinhalbjährigen Schnauzer. Sein chinesischer Name „酸奶“ bedeutet so etwas wie „Joghurt“ – vielleicht, damit traditionelle Metzger und Köche gar nicht erst auf dumme Gedanken kommen?

Von ihrem eigenen Leben hatte Xin schon immer sehr konkrete Vorstellungen. Sie eiferte dem Vorbild ihrer beruflich sehr erfolgreichen Mutter nach, studierte Buchhaltung und wollte ihren Fleiß in Verbindung mit einer guten Ausbildung nutzen, ihren Horizont deutlich zu erweitern. Den dazu passenden Partner hatte sie schon mit 17 auf dem College kennengelernt. Er war zwei Jahre älter als sie und hatte wie sie Lust, nach den Chancen zu greifen, die das in jeder Beziehung aufstrebende China bot.

Mit Vollgas in einer Wahnsinnsstadt

„Ich komme aus dem Südwesten Chinas, bin dann zum Studieren ganz in den Norden gezogen, um schließlich 2007 in Shanghai zu landen, wo ich einen Job als Controllerin in einem Produktionsbetrieb annahm“, berichtet Xin. Angesichts der Größe des Landes war dies für die junge Frau und ihren Mann ein Trip in jeweils ganz neue Welten und Kulturen. Die 26-Millionen-Metropole Shanghai, die größte Stadt Chinas, faszinierte Xin dabei am meisten: „Eine Wahnsinnsstadt, extrem modern und mit einem enorm hohen Tempo. Die City und ihre Menschen scheinen immer nur nach vorne zu schauen und dabei Vollgas zu geben.“

2011 kam Xin zu EDAG, wo sie als Projekt-Controllerin einstieg. „Das Unternehmen stand für mich für Aufbruch und Zukunft“, berichtet sie. „Als ich anfing, waren wir 100 Leute, heute sind wir mehr als 350.“ Besonders gefällt ihr der intensive interkulturelle Austausch: „Wir sind ein internationales Team aus Deutschen, Franzosen, Italienern, Spaniern, Indern und Chinesen. Das macht mir sehr viel Spaß“, freut sich Xin.

Mit Kopf, Bauch und Herz

Dabei zeigt sich, dass sie ebenso ein echter Bauch- und Herzensmensch ist wie auch ein ebenso leidenschaftlicher Kopf- und Verstandsmensch. „Zahlen folgen einer klaren Logik“, erklärt sie. Pläne und Ergebnisse zusammenzuführen, sei für sie deswegen aber keinesfalls eine staubtrockene Materie. „Alle Beteiligten einer Entwicklung müssen sich permanent austauschen, um zu verstehen, wie das gewünschte Ergebnis erzielt werden kann.“ Das gehe nur in einem starken, motivierten Team.

Als sie 2013 die Leitung ihrer Abteilung übernahm, wurde Xin schwanger: Zwillinge. Eine doppelte Herausforderung. Dennoch bedeutete die Geburt ihrer beiden Söhne für sie nur eine kurze Auszeit. In China ist es üblich, dass die Großeltern intensiv in die Kinderbetreuung eingebunden sind. Den Vorteil hatte Xins junge Kleinfamilie nicht. Die Großeltern lebten zu weit weg, um für eine dauerhafte Betreuung zur Verfügung zu stehen. „Das mussten wir alles selbst hinbekommen“, sagt Xin.

Zwei richtig harte Jahre

Dabei verlor sie aber nicht ihre eigenen beruflichen Interessen und Ziele aus den Augen. Zwei Jahre stürzte sich Xin neben Beruf und Familie in eine spezielle Controlling-Ausbildung am renommierten Institute of Management Accountants of USA, die sie 2019 erfolgreich abschloss. „Das waren zwei richtig harte Jahre“, räumt sie heute ein. „Der Tag hat nun einmal nur 24 Stunden, die Kinder und die Arbeit durften dabei nicht zu kurz kommen. In dieser Zeit mussten dann sechs Stunden Schlaf reichen. Und das an sieben Tagen in der Woche.“ Ihre Söhne hätten dabei akzeptiert, dass ihre Mutter in dieser Zeit nur eingeschränkt für sie zur Verfügung gestanden hätte. „Sie haben das trotz ihres jungen Alters verstanden und gemeinsam super hingekriegt“, freut sie sich über diese außerordentliche familiäre Teamleistung, die alle noch enger zusammengeschweißt hätten.

„Für mich sind diese beruflichen und privaten Erfahrungen gleichermaßen enorm wichtig“, unterstreicht Xin, die mittlerweile als Finance Director bei EDAG Engineering und Design in Shanghai große Verantwortung trägt. Dass dies ihren Blick nach vorne trüben könnte, steht nicht zu befürchten. „Ich brauche immer neue Ziele“, sagt sie in aller Bestimmtheit. „Nicht langfristig, sondern lieber kurzfristig. Weil sie dann für mich greifbarer und unmittelbarer erreichbar sind.“

Wahrheitsfindung vor dem Spiegel

Deshalb habe sie es sich angewöhnt, sich zu ihrem Geburtstag vor den Spiegel zu stellen und sich selbst zu fragen, was sie im vergangenen Jahr erreicht habe und wo sie im neuen Lebensjahr hin wolle. Das Selbstgespräch könne von Jahr zu Jahr unterschiedlich lange dauern. Ein Ergebnis stehe für sie dabei aber immer schon fest. „Ich will immer Neues lernen und kennenlernen, meinen Horizont weiten und Gutes für Menschen, Tiere und die Natur tun“, sagt Xin. Wenn sie in ihrer Spiegelrückschau feststelle, dass sie ein gestecktes Ziel einmal nicht erreicht habe, sei sie nicht sauer. „Aber mein Ehrgeiz ist dann erst recht angestachelt und ich greife weiter an. Da bin ich dann richtig stur.“

Timeline

Button Text

Concept Cars

Button Text

Hall of Fame

Button Text

Newsroom

Button Text